Radsport International
Basso holt sich bei Discovery die Papiere ab

Der Italiener Ivan Basso steht nicht länger in Diensten des Radrennstalls Discovery-Channel. Nach seiner Suspendierung in der vergangenen Woche löste der unter Doping-Verdacht stehende Giro-Sieger seinen Vertrag auf.

Ivan Basso hat die Konsequenzen aus seiner Suspendierung gezogen und seinen Vertrag beim US-amerikanischen Radrennstall Discovery-Channel aufgelöst. Das teilte das Team am Montag auf seiner Internetseite mit. Der unter Doping-Verdacht stehende Giro-Sieger war am vergangenen Dienstag zunächst von seiner Mannschaft aus dem Verkehr gezogen worden, nachdem die Ermittlungen gegen den Tour-Zweiten von 2005 im Zuge des spanischen Dopingskandals um Eufemiano Fuentes wieder aufgenommen worden waren.

Basso, der wie Ullrich und weitere 49 Radprofis verdächtigt wird, Kunde von Dopingarzt Fuentes gewesen zu sein, hatte erst im November 2006 einen Zwei-Jahres-Vertrag beim früheren Team des siebenmaligen Tour-de-France-Siegers Lance Armstrong unterschrieben.

"Eine schwere Entscheidung"

"Das war eine schwere Entscheidung für mich und meine Familie, aber ich denke es war richtig. Damit will ich dem Team den gleichen Respekt entgegenbringen wie umgekehrt. Das Team will einen neuen Sponsor finden und Rennen gewinnen. Meine Situation beeinflusst das Erreichen beider Ziele", begründete Basso seinen Schritt.

Der 29-Jährige steht nun vor einer ungewissen Zukunft. Am Mittwoch muss er zu einer Anhörung bei Ettore Torre, dem Anti-Doping-Staatsanwalt des Nationalen Olympischen Komitee von Italien (Coni), der die Ermittlungen gegen den Tour-Zweiten von 2005 wieder aufgenommen hat. Dieser will Basso zur DNA-Abgabe auffordern, um diese mit dem Inhalt der in Madrid gefundenen und ihm zugeordneten Blutbeutel zu vergleichen.

Auf diese Weise war Jan Ullrich bereits als erster von 58 mutmaßlichen Kunden des spanischen Dopingarztes Fuentes überführt worden. Dabei soll die Zahl der verdächtigten Radprofis laut eines Berichts der italienischen Sport-Tageszeitung "Gazzetta dello Sport" um 49 Namen auf nunmehr 107 Personen gestiegen sein. Dies gehe aus den von den Justizbehörden gesammelten Dokumenten im Umfang von rund 6 000 Seiten hervor. Unter den neuen Beschuldigten sollen sich weitere prominente Fahrer aus verschiedenen Ländern befinden. Namen nannte die Zeitung nicht.

Giro steigt wohl ohne Titelverteidiger Basso

Für Basso ist mit der Vertragsauflösung der Traum vom erneuten Gewinn des Giro d´Italia auf jeden Fall beendet. Der Italiener wird bis zum Start am 12. Mai kaum einen Rennstall finden, wobei mit einer Einstellung der Ermittlungen ohnehin nicht zu rechnen ist. Im Gegensatz zum Herbst vergangenen Jahres scheinen die italienischen Anti-Doping-Ermittler, diesmal gewillt zu sein, die Sache restlos aufzuklären.

Bei Discovery sollte Basso als Nachfolger seines Freundes und siebenmaligen Toursiegers Lance Armstrong an die glanzvollen Zeiten anknüpfen. Entgegen großer Kritik von Organisatoren und Teams hatte Discovery den 29-Jährigen, der zuvor bei CSC suspendiert worden war, unter Vertrag genommen. In wieweit dieser fragwürdige Schritt dabei Hauptsponsor Discovery bewogen hat, sein Engagement zum Jahresende zu beenden, ist nicht bekannt.

© SID

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