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Lüttich-Bastogne-Lüttich lässt Milram hoffen

Beim Frühjahrsklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich hofft das Team Milram auf die Trendwende. Allerdings hat vor 30 Jahren letztmalig ein deutscher Fahrer das Rennen gewinnen können.

Die Ausbeute ist bescheiden, die Unzufriedenheit wächst: Das neu formierte Team Milram fährt der Weltspitze noch hinterher und steht nach einem bislang enttäuschenden Saisonverlauf allmählich unter Zugzwang. "Die Hoffnungen und Erwartungen waren größer. Ich habe an verschiedenen Stellen Druck ausgeübt, bevor es der Sponsor macht. Wir warten auf den Knall", beschreibt Teamchef Gerry van Gerwen vor dem dem letzten Frühjahrsklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich am heutigen Sonntag seine Erwartungshaltung.

Nur zwei relativ unbedeutende Siege stehen nach dem ersten Saisondrittel zu Buche. Lediglich das französische Team Ag2r hat weniger vorzuweisen, während etwa der T-Mobile-Nachfolge-Rennstall Columbia schon 18-mal jubeln durfte. "Ich war mit den Leistungen nicht zufrieden, aber seit ein paar Wochen ist es besser geworden. Die Motivation ist inzwischen da, der letzte Schritt ist nun die Leistung", ergänzt van Gerwen, der vor der Saison noch 24 Siege als Saisonziel ausgegeben hatte.

Gerdemann soll es richten

Dass ausgerechnet beim Ardennen-Klassiker, dem ältesten noch bestehenden Eintagesrennen der Welt, die Trendwende erfolgt, wäre aber auch für den Niederländer eine "Überraschung", dennoch rechnet man sich beim deutschen Rennstall durchaus Chancen aus. Vor allem Kapitän Linus Gerdemann soll es in Lüttich richten. Der Deutschland-Toursieger hat unter der Woche den Fleche Wallonne extra ausgelassen, um sich gezielt auf "La Doyenne" vorzubereiten.

"Vom Streckenprofil her kommt es mir eher entgegen als das Amstel Gold Race am vergangenen Wochenende. Ich fühle mich sehr gut und habe mich entsprechend vorbereitet", sagt Gerdemann. Für die elf giftigen Anstiege auf dem 261km langen Parcours fühlt er sich gut gerüstet. Aber auch der zweimalige deutsche Meister Fabian Wegmann (Freiburg), der seine Magenverstimmung überwunden hat, und Christian Knees (Bornheim) könnten eine Rolle spielen.

Letzter deutscher Sieg vor 30 Jahren

Seit dem Triumph von Didi Thurau vor 30 Jahren hat den Klassiker kein deutscher Fahrer mehr gewonnen. 2005 war der Berliner Jens Voigt noch mal nahe dran, als er sich im Schlusssprint dem damaligen T-Mobile-Profi Alexander Winokurow geschlagen geben musste. Der 37-Jährige ist diesmal in Belgien nicht am Start, stattdessen wird Voigt in der kommenden Woche bei der anspruchsvollen Tour de Romandie fahren.

Zu den großen Favoriten in Lüttich gehören insbesondere der Spanier Alejandro Valverde, der das Rennen schon zweimal gewann, oder der frühere Gerolsteiner-Profi Davide Rebellin, der mit dem Sieg beim Fleche Wallonne seine Klasse auch im hohen Alter von 37 Jahren eindrucksvoll unter Beweis stellte. Aber auch der Italiener Damiano Cunego und die beiden Schleck-Brüder Andy und Fränk könnten ein gewichtiges Wörtchen mitreden.

© SID

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