Radsport
IT-Dienstleister sponsert neues Radsportteam

Während andere Unternehmen aus dem gebeutelten Radsport aussteigen, geht NetApp antizyklisch vor: Der IT-Dienstleister startet mit einem neuen Rennteam. In vier Jahren will NetApp an die Spitze fahren. Die Teamleitung ist mit namhaften Ex-Profis besetzt.

KÖLN. Ein Hoffnungsschimmer für den gebeutelten Radsport: Am Freitag stellt sich bei der Straßenrad-Weltmeisterschaft in Mendrisio in der Schweiz ein neues Radsportteam vor. Der amerikanische IT-Dienstleister NetApp geht ausgerechnet in einer Zeit an den Start, in der die Sponsoren reihenweise aus dem Radsport flüchten, weil Dopingfälle ihnen das Image ramponieren. Erst am Freitag verkündete das Team des spanischen Versicherers Liberty Seguros seinen Ausstieg. Bei der Portugal-Rundfahrt waren gleich drei gedopte Fahrer aufgeflogen.

"Unser antizyklisches Verhalten hat Kalkül. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich so Wettbewerbsvorteile verschafft", begründet Andreas König, Europachef von NetApp den Alleingang. Mit dem neuen Team fängt das Unternehmen im Grunde ganz unten an - drittklassig. In vier Jahren will NetApp bei der Pro Tour dabei sein. Nur die Rennen der ersten Klasse garantieren dem Team die Anwesenheit des Fernsehens. Von Anspruch zeugt auch die Teamleitung: Sie ist mit den Ex-Profis Jens Heppner, Enrico Poitschke und Ralph Denk namhaft besetzt.

Der Start bei Null habe seinen Grund, sagt König: "Wir wollten kein fertiges Radteam übernehmen, weil die Fahrer dort zu lange im System sind." Sollte doch einmal ein Fahrer des Dopings überführt werden, drohen harte Strafen. "Beim ersten Vergehen eines Fahrers ist er raus aus dem Team, beim zweiten Vergehen ist das Team draußen", sagt König.

Der Einstieg soll kein Sponsoring im herkömmlichen Sinne sein, bei dem es um Markenbekanntheit und Imagetransfer geht. NetApp verkauft seine Leistungen nur an Geschäftskunden. "Wir haben nach einer Sportart gesucht, mit der sich die Mitarbeiter identifizieren können, und die es uns ermöglicht, ein Team zu benennen", sagt König.

Für zwei Jahre hat sich das Unternehmen verpflichtet, einen Betrag zu zahlen, dessen Höhe König nicht nennen will. Das Engagement orientiere sich aber an Summen auf der Pro Tour. Gerolsteiner etwa investierte bis zum Ausstieg 2008 etwa neun Mio. Euro pro Saison.

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