Radsport National
BDR-Präsident Scharping denkt nicht an Rücktritt

BDR-Präsident Rudolf Scharping hat einen Rücktritt nach den jüngsten Turbulenzen in seinem Verband ausgeschlossen. "Selbstverständlich will ich weitermachen", sagte der Sportfunktionär dem Berliner Tagesspiegel.

Nach den jüngsten Turbulenzen in seinem Verband hat BDR-Präsident Rudolf Scharping einen Rücktritt ausgeschlossen. "Selbstverständlich will ich weitermachen. Ich wurde 2005 auf Grundlage eines schlüssigen Konzepts für vier Jahre gewählt. Wir haben trotz heftigsten Gegenwinds durch die Dopingproblematik 70 Prozent davon bereits umgesetzt. Diesen Kurs werden wir fortsetzen", sagte der Sportfunktionär im Interview mit dem Berliner Tagesspiegel.

Wer im Radsport nur mit Rückenwind fahren wolle, solle besser nicht antreten, meinte der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) und kritisierte seinen ehemaligen Vize-Präsidenten Dieter Kühnle. Dieser war Ende August zurückgetreten, nachdem der Doping-Geständige Erik Zabel gegen Kühnles Meinung für die in gut einer Woche beginnende Rad-WM in Stuttgart nominiert worden war: "Wenn jeder nach einer Abstimmungsniederlage zurücktreten würde, hätten wir bald keine Vereine, Verbände oder Parteien mehr."

Scharping erklärte zudem das Ende der Anti-Doping-Kommission des BDR, die Anfang der Woche ihre Arbeit eingestellt hatte, mit "rein finanziellen Gründen". Das erst drei Monate zuvor einberufene Gremium hatte seinen Schritt mit der unzureichenden Informationspolitik des BDR, mangelnder Unabhängigkeit und der nicht gesicherten Finanzierung seiner Arbeit begründet.

"Die Kommissionsarbeit war begonnen und wurde aus rein finanziellen Gründen eingestellt", sagte Scharping und rechnete vor: "Es wurde eine Kalkulation vorgelegt über 375 000 Euro plus Mehrwertsteuer, insgesamt fast 450 000 Euro. Für jedes Mitglied war ein Tagessatz von 1 700 Euro plus Mehrwertsteuer und Spesen kalkuliert."

Das hätte für den verabredeten Zeitraum 20 Prozent des ordentlichen BDR-Haushalts ergeben: "Das konnten wir nicht bezahlen." Man habe der Kommission dies mitgeteilt und versucht, den Aufwand auf 200 000 zu reduzieren. Dies sei akzeptiert worden, doch dann habe das Gremium seine Arbeit plötzlich eingestellt.

© SID

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