Radsport National: Jan Ullrich: "Ich habe hart gearbeitet"

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Jan Ullrich: "Ich habe hart gearbeitet"

"Ich habe hart gearbeitet. Von mir aus kann es losgehen", geht Jan Ullrich optimistisch in die neue Saison. Im Interview nennt der T-Mobile-Fahrer Ivan Basso und Alexander Winokurow als größte Konkurrenten bei der Tour.

Jan Ullrich startet mit Spannung in die neue Rad-Saison, in der ein zweiter Sieg bei der Tour de France ganz oben auf der Wunschliste steht. Im Interview äußert sich der T-Mobile-Fahrer über seine Zielsetzungen.

Frage: "Jan Ullrich, mit dem Trainingslager auf Mallorca ist für Sie der Startschuss in die Radsport-Saison gefallen. Wie ist Ihr Leistungsstand?"

Jan Ullrich: "Ich fühle mich wohl und bin gesund. In diesem Jahr bin ich gut durch den Winter gekommen. Ich habe hart gearbeitet. Von mir aus kann es losgehen."

Frage: "Das T-Mobile-Team hat ein neues Gesicht bekommen. Wie ist Ihr erster Eindruck?"

Ullrich: "Das Team ist absolute Klasse. Nach vielen Jahren ist die Mannschaft nach meinem Geschmack. Wir harmonieren sehr gut miteinander und sind jetzt schon weiter als letztes Jahr im Mai. Es gibt nun keine Ecken und Kanten mehr wie im letzten Jahr, als sich die Diskussionen über die Tour-Nominierung von Erik Zabel lange hinzogen. Die letzten Ecken in unserem Team wurden bereits im Herbst abgeschliffen."

Frage: "Wunschgemäß dürfte dabei auch die Rückkehr von Rudy Pevenage als Sportlicher Leiter zu T-Mobile sein ..."

Ullrich: "Richtig. Ich habe mich seit Jahren dafür eingesetzt, dass Rudy zurückkommt. Er ist sehr wichtig für mich. Ich finde die Konstellation spitzenmäßig. Für mich ist Rudy der beste Sportliche Leiter."

Frage: "Wie lautet Ihre Zielsetzung für 2006?"

Ullrich: "Dieses Jahr zählt es nochmal für mich. Ich habe nicht mehr viele Chancen, die Tour zu gewinnen. Ich werde auch nicht jünger."

Frage: "Ist es im Jahr eins nach Armstrong einfacher, die Frankreich-Schleife zu gewinnen?"

Ullrich: "Ich denke, es wird eher schwieriger. Es gibt kein Team, das das Feld kontrolliert, so wie es die Armstrong-Mannschaft in den letzten Jahren gemacht hat. Deshalb wird es im Feld hektischer."

Frage: "Ist der Druck dieses Jahr für Sie noch größer?"

Ullrich: "Mehr Druck als in den letzten Jahren geht doch nicht mehr. Ich lebe seit Jahren mit dem Druck. Ich gehe die Sache locker an."

Frage: "Wer sind ihre größten Rivalen?"

Ullrich: "Ivan Basso, Alexander Winokurow und die spanischen Fahrer sind auf jeden Fall zu nennen. Sicherlich wird es noch die eine oder andere Überraschung geben."

Frage: "Wiviel Zeit müssen Sie Basso vor den Bergen im Zeitfahren abnehmen?"

Ullrich: "Wenn ich die Tour gewinnen will, muss ich am Berg zumindest an Basso dranbleiben. Wenn ich in diesem Jahr aber ganz normal trainiere und im Frühjahr nicht meiner Form hinterherrenne, werde ich besser als in den letzten Jahren am Berg sein."

Frage: "Wie sieht Ihr Programm bis zur Tour aus?"

Ullrich: "Vorgesehen ist, dass ich im März einsteige. Da gibt es aber keinen genauen Termin. Ich werde erst Rennen fahren, wenn ich soweit bin. Nach dem Mallorca-Trainingslager werde ich mich wahrscheinlich wie in den letzten Jahren in der Toskana vorbereiten."

Frage: "Werden Sie in diesem Jahr den Giro d´Italia fahren?"

Ullrich: "Der Giro ist eine Option. Wenn ich in Italien allerdings an den Start gehe, dann nur zur Vorbereitung. Ich werde beim Giro sicher nicht auf Sieg fahren."

Frage: "Ihr Vertrag läuft in diesem Jahr aus. Haben Sie sich schon Gedanken über die Zukunft gemacht?"

Ullrich: "Nein. Ich fokussiere mich ganz auf die Tour. Alles andere ist noch weit weg. Erst nach der Tour werde ich über meine Zukunft entscheiden. Das mache ich ganz spontan."

© SID

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