Radsport National
Kieferbruch: Voigt muss unters Messer

Der Sturz bei der Tour de France hatte für Radprofi Jens Voigt doch schlimmere Folgen. Bei Untersuchungen in der Unfallklinik Berlin-Marzahn wurde ein Kieferbruch diagnostiziert.

Er darf sich kaum bewegen, muss am Freitag auf den OP-Tisch und die Ärzte sorgen sich um sein Auge: Jens Voigt laboriert noch immer an den Folgen seines Horrorsturzes bei der Tour de France. Bei Nachuntersuchungen in Berlin wurden jetzt auch noch eine weitere Fraktur festgestellt. "Es ist ein Bruch in der Kieferhöhle. Der gebrochene Knochen sticht in die Kieferhöhle. Das kann gefährlich sein", sagte Voigt dem SID.

Am Donnerstag werde er ins Unfallklinikum Marzahn gehen, einen Tag später folgt die Operation. Ursprünglich wurden im Krankenhaus von Grenoble beim 37-Jährigen nach seinem Sturz auf der 16. Tour-Etappe nur ein Jochbeinbruch sowie eine Gehirnerschütterung festgestellt. Den Ärzten in Grenoble sei jedoch kein Vorwurf zu machen. Berlin habe viel bessere Geräte, wodurch die Verletzungen erst sichtbar wurden.

Pulsschlag niedrig halten und kaum bewegen

Doch auch nach seiner Rückkehr in sein Haus im Berliner Grunewald muss es Voigt ruhig angehen lassen. "Ich habe ein Blutgerinsel im Gehirn, das sich nur langsam auflöst. Ich muss deshalb meinen Pulsschlag niedrig halten", sagt der Saxo-Bank-Profi. Den Kopf dürfe er kaum bewegen.

Die tiefen Wunden an den Händen, die er sich bei dem Crash mit Tempo 80 auf der Abfahrt vom Kleinen Sankt Bernard zugezogen hatte, waren noch in Frankreich genäht worden. Eine OP ist nicht notwendig. "Die Ärzte sind der Meinung, die Wunden verheilen ohne Eingriff, obwohl mir an der rechten Hand ein ganzes Stück Muskel fehlt", sagt Voigt.

Große Sorge bereitet den Ärzten das rechte Auge des fünffachen Familienvaters. Er könne zwar sehen, aber das Auge sei stark verfärbt. Es soll im Krankenhaus noch einmal intensiver untersucht werden.

"Dann fehlt mir der Film"

An den heftigen Sturz kann sich Voigt noch immer nicht erinnern. "Meine letzten Gedanken waren angenehm. Ich freute mich, dass wir zu dritt in der Spitzengruppe sind. Ich dachte noch, da können wir im Etappenfinale etwas versuchen. Dann fehlt mir der Film", sagt der gebürtige Mecklenburger. Er wachte erst wieder auf, als er über sich die Decke des Krankenwagens sah. Da ihm alles weh tat, realisierte er schnell, in welcher Situation er sich befand.

Eigentlich sollte Voigt in diesen Tagen die Dänemark-Rundfahrt bestreiten, nun wird er erst wieder in ein paar Wochen auf dem Rad sitzen. "Im September will ich wieder Rennen bestreiten. Allein schon, um mir das Selbstvertrauen zurückzuholen." Bis dahin kümmert sich Ehefrau Stephanie um ihren Mann und passt auf, dass er sich nicht heimlich auf das Fahrrad setzt.

© SID

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