Radsport National
Klöden tritt in Zukunft für Astana in die Pedale

T-Mobile-Kapitän Andreas Klöden wird in der kommenden Saison für den spanischen Radrennstall Astana fahren. Diesen Entschluss teilte der Cottbuser auf seiner Homepage mit.

Andreas Klöden verlässt T-Mobile. Der Kapitän hat seinem Rennstall beim Werben um eine Verlängerung seines auflaufenden Vertrages einen Korb gegeben und wechselt stattdessen zum in die Dopingschlagzeilen geratenen spanischen Radrennstall Astana. Diesen nach "reiflicher Überlegung" gefassten Entschluss teilte der Cottbuser, der bei der Tour de France auf den dritten Podestplatz gefahren war, auf seiner Internet-Homepage mit.

Frommert bedauert Weggang

T-Mobile-Kommunikationschef Christian Frommert bedauerte und kritisierte die Entscheidung des Tour-Zweiten von 1994. "Wir haben ihm ein außergewöhnlich gutes Angebot gemacht. Er sollte eine exponierte Stellung im Team erhalten und Verantwortung für das Team und den deutschen Radsport übernehmen", sagte Frommert: "Er hat sich lieber für eine Helferrolle entschieden. Und wenn das so ist und er die Herausforderung nicht annehmen will, dann ist es wirklich besser, man trennt sich."

Der inzwischen entmachtete sportliche Leiter Olaf Ludwig gab auch zu Bedenken, dass Klödens Manager, der frühere Weltklasse-Fahrer Tony Rominger, außergewöhnliche Forderungen für seinen Schützling gestellt habe. "Rominger hat die Preise hoch getrieben", sagte Ludwig: "Ich wollte das alles wieder auf eine vernünftige Basis stellen. Daran bin ich gescheitert." Rominger erklärte am Samstagmittag nur, Klöden habe drei verschiedene Angebot gehabt, "die finanziell in etwa gleich waren".

Unterdessen hatte der frühere T-Mobile-Teamchef Walter Godefroot, der inzwischen als Berater bei Astana tätig ist, nicht mit dieser Entscheidung Klödens gerechnet. "Das überrascht mich völlig", sagte der Belgier: "Denn schließlich kann Klöden hier auf keinen Fall Kapitän sein. Denn das ist ohne Zweifel Alexander Winokurow."

Klöden begründete seine Entscheidung damit, "dass ich mit Fahrern wie Alexander Winokurow und Andrej Kaschetschkin zu einer sehr starken Mannschaft gehe, mit der wir in der kommenden Saison vieles erreichen können." Der deutsche Meister von 2004 ist seit 1998 Profi und fuhr seitdem für den bekanntesten deutschen Rennstall (Vorgänger Team Telekom). Neben dem zweiten Platz hinter Lance Armstrong (USA) bei der Tour de France 2004 war Olympiabronze im Straßenrennen von Sydney 2000 sein größter Erfolg.

Dritter Rang bei diesjähriger Tour

Bei der diesjährigen Tour de France hatte Klöden mit Rang drei überrascht. Er könnte sogar noch auf Platz zwei vorrücken, sollte dem des Dopings überführten Sieger Floyd Landis (USA) der Gesamterfolg wieder aberkannt werden. Dann würde der Spanier Oscar Pereiro nachträglich zum Gesamtsieger ernannt.

Bei Astana, dem früheren Rennstall Liberty Seguros, sind zahlreiche Fahrer in den so genannten spanischen Dopingskandal um den Arzt Eufemiano Fuentes verstrickt. Astanas Team für die am Samstag begonnene 61. Spanien-Rundfahrt führt der ehemalige Telekom-Profi Winokurow an, dessen deutscher Teamkollege Jörg Jaksche (Ansbach) steht dagegen unter Dopingverdacht und darf nicht starten.

Astana hatte wie Phonak erst am Mittwoch die Startgenehmigung für die Vuelta erhalten, nachdem die Lizenzen beider Rennställe vom Weltverband UCI bestätigt worden waren.

© SID

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