Radsport National
Schumacher soll es am Henninger Turm richten

Heute trifft sich die Radsport-Elite in Frankfurt zur 47. Auflage des Rennens "Rund um den Henninger Turm". Die deutschen Hoffnungen ruhen auf Gerolsteiner-Profi Stefan Schumacher.

Trotz der ungewissen Zukunft des Radrennens "Rund um den Henninger Turm" und der Absage von Rekordsieger Erik Zabel sieht Veranstalter Bernd Moos-Achenbach der 47. Auflage des deutschen Frühjahrsklassikers zuversichtlich entgegen. Denn am "Tag der Arbeit" bestehen Hoffnungen auf einen deutschen Sieger in Frankfurt.

Der WM-Dritte Stefan Schumacher (Nürtingen) will am Main endlich seinen ersten Saisonerfolg feiern und für ein persönliches Frühjahrs-Happyend sorgen. "Ich möchte es nochmal wissen. Das ist eines meiner absoluten Lieblingsrennen", meinte Gerolsteiner-Profi Schumacher, der zuletzt bei den Ardennen-Rennen enttäuscht hatte.

Teamchef Hans-Michael Holczer würde ein Triumph von Schumacher in punkto Sponsorensuche in die Karten spielen. "Der Druck wird schon enorm sein, aber bislang bin ich mit unseren fünf Saisonerfolgen sehr zufrieden. Ein Sieg am Henninger Turm wäre sicher unschädlich in unserer derzeitigen Situation", meinte Holczer augenzwinkernd, der immer noch nach einem Hauptgeldgeber ab 2009 sucht.

Knieverletzung stoppt Zabel

Der dreimalige Gewinner Erik Zabel musste seinen Start wegen einer Knieverletzung absagen. "Nach einer Untersuchung bei einem Kniespezialisten hat er einige Tage versucht zu trainieren. Doch in seinem angeschlagenen rechten Knie befindet sich immer noch Flüssigkeit und beim Fahren am Berg ist er nicht schmerzfrei", sagte Raoul Liebregts, einer der sportlichen Leiter des Milram-Teams. Zabel war Mitte vergangener Woche beim Ardennen-Klassiker Felche Wallonne gestürzt.

Der 37-jährige Milram-Kapitän wollte seinen vierten Triumph am "Henninger Turm" nach 1999, 2002 und 2005 in Angriff nehmen. Milram-Sportdirektor Jochen Hahn muss außerdem wegen einer schweren Bronchitis auf seinen zweiten Top-Sprinter Alessandro Petacchi (Italien) verzichten.

Auch das umstrittene Team Liquigas wird nicht auf die 179km lange Schleife durch die Bankenmetropole und den Taunus gehen, nachdem Moos-Achenbach die Italiener am Montagabend ausgeladen hatte. Die Italiener hatten sich geweigert, die Ehrenerklärung des Anti-Doping-Programms zu unterschreiben.

"Manche Teams haben wohl noch immer nicht verstanden, wie ernst es um den Radsport bestellt ist", kommentierte der Veranstalter die Liquigas-Haltung kopfschüttelnd. Die Mannschaft hatte erst letzte Woche für Negativschlagzeilen gesorgt, als sie die Verpflichtung von Ex-Girosieger Ivan Basso mit Ablauf seiner Dopingsperre im kommenden Oktober meldete und damit gegen eine Absprache der Protour-Teams verstieß.

Dopingkontrollen werden verschärft

Mit dem Neun-Punkte-Programm und der Kampagne "Doping - nein danke" will Moos-Achenbach die Anstrengungen für einen sauberen Radsport verstärken: "Das geht weit über die vorgeschriebenen Maßnahmen hinaus." Zusätzlich zu den Kontrollen der Verbände wird pro Team eine weitere Probe genommen. 40 Kilometer vor dem Ziel wird gelost, wer zur Kontrolle muss. Gleich nach der Zieldurchfahrt werden diese Fahrer von einer Begleitperson direkt zur Kontrolle geführt.

Mit dem rigiden Anti-Doping-Paket hofft Moos-Achenbach auch, ein Zeichen für die noch ungewisse Zukunft des Frühjahrsklassikers zu setzen. Nach 46 Jahren beendet der Titelsponsor, eine Frankfurter Bierbrauerei, mit diesem Jahr das Engagement. Moos-Achenbach schließt nicht aus, sogar den Namen des Rennens zur Disposition zu stellen. "Vorstellen kann ich mir momentan alles", meinte der Hesse.

Der Startschuss fällt heute um 10.13 Uhr. Das hessenfernsehen überträgt ab 10.00 Uhr, die ARD übernimmt ab 13.15 Uhr.

© SID

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