Radsport National
Sinkewitz feiert Sieg am Henninger Turm

Patrik Sinkewitz vom Team T-Mobile hat den Radklassiker "Rund um den Henninger Turm" in Frankfurt am Main gewonnen. Der 26-Jährige verwies nach 192,7km Kurt-Asle Arvesen und Dario Cataldo auf die folgenden Plätze.

Lokalmatador Patrik Sinkewitz (Künzell) ist bei der 46. Auflage des deutschen Radklassikers "Rund um den Henninger Turm" in Frankfurt am Main als Erster durchs Ziel gefahren. Der 26-Jährige vom Team T-Mobile siegte auf der 192,7km langen Strecke durch den Taunus und verwies den Norweger Kurt-Asle Arvesen (CSC) und den Italiener Dario Cataldo (Team Liquigas) nach einem langen Sprint in 4:46,53 Stunden auf die weiteren Plätze. Sinkewitz errang damit den insgesamt neunten deutschen Sieg am Henninger Turm.

Zabel kommt im Hauptfeld an

In seinem "Wohnzimmer" verpasste indes Rekordsieger Erik Zabel vom Team Milram nach den Erfolgen von 1999, 2002 und 2005 seinen vierten Triumph am Henninger Turm und landete deutlich abgeschlagen hinter der Spitze im Hauptfeld.

Am Tag der Arbeit wurde der Ausreißversuch von Sinkewitz aus einer Dreiergruppe rund einen Kilometer vor dem Ziel letztlich belohnt. "Ich freue mich riesig. Das ist mein Heimrennen, und ich wollte es einmal in meinem Leben gewinnen", jubelte der Gewinner der Deutschland-Tour von 2004, der als Belohnung eine einwöchige Trainingspause einlegen wird.

Ungeachtet der nicht enden wollenden Doping-Diskussionen waren erneut über eine Million Zuschauer an die Strecke geströmt und hatten bei Temperaturen von 17 Grad Celsius für Volksfeststimmung gesorgt. Nachdem der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) die 183 Fahrer - darunter 51 Deutsche - auf die Strecke geschickt hatte, entwickelte sich zunächst ein unspektakuläres Rennen.

Bei den Steigungen im Taunus bestach dann allerdings der in der Saison bis dato noch sieglose Sinkewitz mit seiner offensiven Fahrweise. Rund 55km vor dem Ziel hatte eine neunköpfige Spitzengruppe um den Osthessen einen Vorsprung von über vier Minuten auf das Hauptfeld herausgefahren.

"Diesmal hat es geklappt"

Bereits im vergangenen Jahr hatte Sinkewitz zusammen mit dem Berliner Ausreißerkönig Jens Voigt (Team CSC/Dänemark) die Flucht nach vorne angetreten und war erst auf der Schlussrunde vom Peloton "geschluckt" worden. Sinkewitz: "Das war bitter, aber diesmal hat es geklappt." Der Vorsprung schmolz zwar zusehends, doch diesmal behielt Sinkewitz vor den Augen seiner gesamten Familie die Nerven.

Anderthalb Wochen nach seinem Sieg beim Amstel Gold Race misslang Stefan Schumacher vom Team Gerolsteiner ein weiterer Überraschungscoup. Der "Rad-Schumi" aus Nürtingen startete zwar auf den letzten beiden Kilometern noch eine Attacke, kam aber nicht mehr an die Spitze heran.

Sprintstar Zabel war ob seiner zurückliegenden Erfolge am Henninger Turm mit großen Hoffnungen von der Niedersachsen-Rundfahrt (5. Platz) nach Frankfurt gereist. "Für mich gehört dieses Rennen schon immer zu den wichtigsten in der Saison. Ein Sieg dort ist immer etwas Besonderes", sagte der sechsmalige Gewinner des grünen Trikots bei der Tour de France. Unterstützung hatte sich Zabel von seinem ebenfalls sprintstarken Teamkollegen Alessandro Petacci (Italien) erhofft, der erst am Sonntag zum zweiten Mal die Niedersachsen-Rundfahrt gewonnen

"Wir hätten es verdient"

Derweil haben die Verantwortlichen des abschließenden Frühjahrsklassikers am Henninger Turm ihr Bemühen um den Protour-Status forciert. Bislang hatte der Weltverband UCI den Hessen den Aufstieg in die höchste Kategorie beharrlich versagt. "Das ist mir unverständlich. Wir haben eine sichere Veranstaltung und das beste Publikum. Wir hätten es verdient", betonte Veranstalter Bernd Moos-Achenbach, der der UCI in der vergangenen Woche einen entsprechenden Brief zukommen ließ.

Als "Nachrücker" kam Frankfurt aber offenbar nicht in Frage, obwohl das für den 7. Oktober 2007 geplante Protour-Rennen "Züri Metzgete" in Zürich aus finanziellen Gründe abgesagt worden war. Bislang zählen lediglich die Deutschland-Tour und die Cyclassics in Hamburg zu der 27 Veranstaltungen umfassenden UCI-Rennserie.

© SID

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