Radsport National
Sinkewitz unterschreibt in Tschechien

Patrik Sinkewitz setzt seine Karriere nach der Dopingsperre beim Team PSK-Whirpool fort. Der 28-Jährige unterschrieb bei der tschechischen Equipe einen Ein-Jahres-Vertrag.

Scheinbar geläutert, fit wie eh und je und heiß auf die zweite Chance: Der geständige Dopingsünder Patrick Sinkewitz hat einen neuen Radrennstall gefunden und wird im Januar bei der Mallorca-Rundfahrt sein Comeback im zweitklassigen tschechischen Team PSK-Whirlpool geben. "Ich habe einen Einjahresvertrag unterschrieben", sagte der 28-Jährige in einem Interview mit dem TV-Sender News-Hessen.

Nach abgesessener Dopingsperre von einem Jahr kehrt in Sinkewitz damit erstmals ein Fahrer zurück, der von der Kronzeugenregelung Gebrauch machte. "Ich habe für meinen Fehler bezahlt, meine Strafe verbüßt. Und das war verdammt hart. Jetzt will ich nur noch nach vorne schauen und meine Karriere ein zweites Mal starten", so der Fuldaer.

Sinkewitz war am 8. Juni 2007 positiv auf Testosteron getestet worden. Nachdem das Ergebnis der Probe während der Tour de France bekanntgeworden war, hatten sich ARD und ZDF aus der Live-Berichterstattung zurückgezogen. Der frühere Deutschland-Tour-Sieger, damals in Diensten des T-Mobile Teams, machte von der Kronzeugenregelung Gebrauch und wurde schließlich für ein Jahr bis zum 17. Juli 2008 gesperrt. Die Suche nach einem neuen Team hatte sich lange Zeit als schwierig erwiesen.

Top-Team für Sinkewitz nicht in Sicht

An ein Engagement bei einem erstklassigen Team war denn auch nicht zu denken. "Die Situation bei den Pro-Tour-Teams hat sich gerade in Deutschland dramatisch verändert. Wenn ich sehe, wieviele Kollegen aufhören mussten, dann habe ich für mich zum Wiedereinstieg wirklich nicht mehr an ein Pro-Tour-Team geglaubt", so Sinkewitz. In den zurückliegenden eineinhalb Jahren habe er sich allerdings ständig fit gehalten: "Ich habe geschuftet und geackert. Was halt ein wenig fehlt, ist die Rennhärte."

Das Comeback von Sinkewitz könnte einen Schub für die Kronzeugenregelung bedeuten, die geständigen Dopingsündern eine kürzere Sperre garantiert. Sein Anwalt Michael Lehner hatte das Konzept zuletzt in Frage gestellt, nachdem Sinkewitz reihenweise Absagen von Rennställen kassiert hatte. Zudem war der ebenfalls geständige Jörg Jaksche bei seinen Rückkehrversuchen nicht erfolgreich und hatte daraufhin seine Karriere beendet.

Für Sinkewitz endete mit der Unterschrift eine "superschwere Zeit. Dass ich wieder Rad fahren kann, ist für mich gigantisch. Ich habe aus den Fehlern gelernt und möchte einfach einen Neuanfang machen. Das Team bietet mir die Perspektive, die ich brauche. Starten werde ich mit der Mallorca-Rundfahrt. Wir werden auch einige große Rennen fahren. Ich denke, es wird relativ schnell in die Normalität übergehen", erklärte der Hesse.

© SID

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