Radsport Protour
Astana-Zukunft erneut auf der Kippe

Der Rad-Weltverband UCI hat dem Astana-Rennstall ein Ultimatum gestellt: Sollte bis zur WM in Mendrisio kein neuer Teamchef feststehen, verlieren die Kasachen die Protour-Lizenz.

Dem Astana-Radteam um Alberto Contador droht erneut der Lizenzentzug. Wenn die kasachische Mannschaft bis zu den Weltmeisterschaften in Mendrisio in der kommenden Woche keinen Nachfolger für den scheidenden Teamchef Johan Bruyneel bekannt gibt, verliert sie die Protour-Lizenz. Das berichtet die niederländische Zeitung De Telegraaf. Bereits im Mai stand Astana wegen finanzieller Probleme kurz vor dem Aus.

Rini Wagtmans, Manager von Astana, bestätigte die Probleme. Man arbeite daran, Astana zu retten. "Andererseits würden dem Radsport in den kommenden vier Jahren 72 Mill. Euro verloren gehen", sagte Wagtmans. Er habe eine mündliche Vereinbarung mit dem früheren Rabobank-Chef Theo de Rooij über die Nachfolge von Bruyneel, unterschrieben sei aber noch nichts.

Bruyneel will wohl weitere Fahrer "mitnehmen"

Dazu muss der mit Lance Armstrong zum neuen Team Radioshack wechselnde Belgier seinen sofortigen Rücktritt einreichen, was er bisher verweigert. Offenbar will Bruyneel noch weitere Astana-Fahrer für Radioshack verpflichten und spielt auf Zeit. Unter anderem soll Andreas Klöden auch im nächsten Jahr an Armstrongs Seite fahren.

Alberto Contador wird dagegen vorerst bei Astana bleiben. "Er wird weiter für uns fahren. Und er wird ein starkes Team bekommen", sagte Wagtmans. Ob der spanische Toursieger auch über das Ende seines bis 2010 laufenden Vertrages bei Astana bleibt, soll sich kommende Woche entscheiden. Während des Giro d"Italia im Mai waren erstmals Finanzprobleme bei Astana öffentlich geworden. Lance Armstrong und seine Teamkollegen machten den Sponsorenaufdruck auf den Trikots unkenntlich und wandten sich damit offen gegen die kasachischen Geldgeber. Erst kurz vor der Tour de France und nach Intervention des Weltverbandes UCI kam Astana einem Großteil seiner Zahlungsverpflichtungen nach, so dass das Team weiter bestehen konnte.

© SID

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