Radsport Protour
Ciolek verpasst Sieg bei Cyclassics knapp

Gerald Ciolek hat den Sieg bei den Cyclassics in Hamburg knapp verpasst. Der T-Mobile-Fahrer kam nach 229,1km hinter Alessandro Ballan (Lampre) und Oscar Freire (Rabobank) als Dritter ins Ziel.

Gerald Ciolek sorgt derzeit weiter für Furore, auch wenn er seine drei Etappensiege bei der Deutschland-Tour nicht mit dem Triumph bei den 12. Hamburger Cyclassics krönen konnte. Der T-Mobile-Sprinter hat seinen nächsten großen Erfolg nur hauchdünn verpasst. Der 20-jährige Pulheimer belegte bei dem Protour-Rennen einen glänzenden dritten Platz und musste sich im Schlusspurt nach 229,1km nur dem italienischen Sieger Alessandro Ballan und dem dreimaligen Weltmeister Oscar Freire aus Spanien geschlagen geben. Ballan, der in diesem Jahr schon die Flandern-Rundfahrt gewinnen konnte, hatte sich erst 600m vor dem Ziel wenige Meter von der Konkurrenz abgesetzt und sich schließlich mit letzter Kraft ins Ziel gerettet.

"Solche Schlussattacken gibt es immer wieder, und manchmal geht die Rechnung eben auf. Ich bin aber trotzdem sehr zufrieden mit Rang drei", sagte Ciolek. Die Enttäuschung über den knapp verpassten vierten Sieg innerhalb einer Woche hielt sich beim U23-Weltmeister des vergangenen Jahres in Grenzen: "Gegen so starke Konkurrenz ist das ein Riesenergebnis für mich."

Die entscheidende Phase des Rennens war mit einer Attacke bei der dritten Überquerung des Wasebergs (15 Prozent Steigung) im noblen Stadtteil Blankenese 15km vor dem Ziel eingeläutet worden, als insbesondere der deutsche Meister Fabian Wegmann vom Team Gerolsteiner noch einmal sein Heil in der Flucht suchte. Doch die Gruppe um den gebürtigen Münsteraner wurde kurze Zeit später wieder eingeholt, ebenso wie ein Ausreißer-Duo auf den letzten 10km, sodass der Weg zum Massenspurt wie so häufig in den letzten Jahren in der Hansestadt frei war.

Zuvor hatten sich drei Ausreißer über weite Strecken des Rennens als Hauptdarsteller in Szene gesetzt. Die Niederländer Gerben Löwik (Rabobank) und Floris Goesinnen (Skil-Shimano) sowie der Australier Luke Roberts (CSC) hatten ihre Flucht bereits nach 12km begonnen und in der Folgezeit einen maximalen Vorsprung von fast 15 Minuten herausgefahren. Erst nach knapp der Hälfte des Rennens zeigte die Verfolgungsarbeit des Feldes erste Wirkung, sodass das Trio nach exakt 200km an der Spitze schließlich kurz vor Schluss doch noch gestellt werden konnte.

Just beim Zusammenschluss 18km vor dem Ziel zerschlugen sich auch die Hoffnungen des belgischen Ex-Weltmeisters Tom Boonen auf seinen ersten Hamburg-Sieg. Der 26-Jährige vom Quickstep-Team war am Ende des Hauptfeldes in einen Sturz verwickelt und musste das Rennen daraufhin aufgeben. Erste Anzeichen deuteten auf eine Handverletzung hin, die den zweimaligen Etappengewinner der diesjährigen Tour de France auch seine nächsten geplanten Starts kosten könnten.

Im Kampf gegen Doping hatten die Veranstalter im Vorfeld des Rennens Zeichen gesetzt und sich klar gegen den Start verdächtiger Fahrer oder Teams positioniert. So war der jüngst mit gleich drei Doping-Fällen belastete Astana-Rennstall bereits vor drei Wochen ausgeladen worden. Die Bemühungen, den dopingverdächtigen Giro-Sieger Danilo di Luca (Italien) und den angeblich in den Fuentes-Skandal verwickelten Australier Allan Davis von der Teilnahme abzuhalten, schlugen indes fehl. Weder der Weltverband UCI noch die eigentlich dem Ethik-Code verpflichteten Teams sahen eine Handhabe gegen die Fahrer.

So behauptete Di Luca auch seine Führung im Protour-Klassement der UCI. Der Liquigas-Kapitän führt in der Gesamtwertung vor dem ebenfalls höchst dopingverdächtigen Tour-de-France-Sieger Alberto Contador (Spanien). Das nächste Rennen der UCI-Topserie ist die am Mittwoch beginnende Benelux-Rundfahrt (22. bis 29. August). Die letzten wichtigen Eintagesrennen der Saison finden im Oktober bei den Herbstklassikern Paris-Tours (14.) und Lombardei-Rundfahrt (20.) statt.

© SID

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