Radsport Protour
Deutsches Trio in den Ardennen hoch gehandelt

Beim Amstel Gold Race verteilen sich die deutschen Hoffnungen auf drei Schultern: Wiesenhof-Routinier Steffen Wesemann, Astana-Ass Matthias Kessler und CSC-Kämpfer Jens Voigt haben in den Ardennen Sieg-Ambitionen.

Bei T-Mobile hatte man für Steffen Wesemann keine Verwendung mehr, beim Team Wiesenhof-Felt erlebt der Wahl-Schweizer seinen zweiten Frühling - und den will der 36-Jährige möglichst mit einem großen Sieg krönen. Drei Jahre nach dem Flandern-Triumph tritt der Kapitän des Karlsruher Continental-Rennstalls bei der 42. Auflage des Amstel Gold Race in den Niederlanden wohl erneut wie am vergangenen Wochenende in Frankreich als Einzelkämpfer gegen die Protour-Elite an.

Nach Platz drei bei Paris-Roubaix vor sechs Tagen ist der in Sachsen-Anhalt geborene Neu-Schweizer selbstbewusst. "Ich bin vor einem Jahr Zweiter geworden, dieses Mal will ich gewinnen", sagt der alte Klassiker-Spezalist, der 2006 hinter dem Luxemburger Frank Schleck (CSC) das Ziel in Valkenburg in den T-Mobile-Farben erreicht hatte.

Wie in Frankreichs "Hölle des Nordens" könnte "Wese" bei den 252,2km durch die Limburger Hügelregion zwischen Maastricht und der belgisch-deutschen Grenze wieder am Ende auf sich allein gestellt sein. Dieses Mal hat er den jungen Cottbuser Daniel Musiol im Team, der nach seinem achten Platz am Mittwoch beim Schelde-Preis der Joker für ein Sprintfinale ist.

Gute Chancen rechnet sich Jens Voigt aus, der beim "Criterum" in den französischen Ardennen die Konkurrenz distanzierte. "So Strecken liegen mir", sagte der Berliner.

Das Astana-Team setzt auf den Ex-"Telekomler" Matthias Kessler, der im letzten Jahr mit vorne landete. "Kessler hat beim Amstel oft überzeugt. Wir haben ein Team für ihn gebaut," sagt Astana-Chef Walter Godefroot.

T-Mobile mit "Doppelspitze"

Bei T-Mobile sind mehrere Asse im Aufgebot. "Das Team ist breit aufgestellt und hat viel Potenzial", sagt Teamleiter Valerio Piva. Mit Klassiker-Spezialist Andreas Klier fährt Marcus Burghardt, der nach seinem Wevelgem-Sieg vom nächsten Coup träumt.

Die Routiniers Kim Kirchen und Michael Rogers sowie Patrik Sinkewitz sind weitere Trümpfe. "Das Rennen ist einfach zu lesen, aber es ist auch ein absoluter Kraftakt", sagt Sinkewitz, der die Achterbahnfahrt mit dem 332m hohen Drielandepunt im Grenzgebiet 2006 auf dem fünften Rang beendet hatte.

Insgesamt waren 2006 drei T-Mobile- und zwei Gerolsteiner Profis unter den Top 10. "Fabian Wegmann und Davide Rebellin sind beide sehr gut drauf. Wenn sie in einer Spitzengruppe ankommen, sind sie für den Sieg immer gut," sagt Teamleiter Christian Henn, der auch auf David Kopp und Stefan Schumacher setzt.

Im 184-köpfigen Starterfeld ist Erik Zabel Ersatzstarter. Der Milram-Sprinter, der das "Amstel" 2000 als zweiter Deutscher nach Olaf Ludwig (1992) gewann, wurde für den erkrankten Slowenen Matej Jurco nachnominiert. Der in Flandern gestürzte Zabel sollte eigentlich bis zur Niedersachsen-Rundfahrt in der kommenden Woche pausieren.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%