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Italiener Ballan gewinnt Flandern-Rundfahrt

Der Italiener Allessandro Ballan hat Vorjahressieger Tom Boonen die Show gestohlen und die 91. Auflage der Flandern-Rundfahrt gewonnen. Der Lampre-Profi siegte im Spurt vor dem Belgier Leif Hoste.

An der gefürchteten "Muur van Geraardsbergen" hat Alessandro Ballan die Sprint-Elite um Ex-Weltmeister Tom Boonen abgehängt und die 91. Flandern-Rundfahrt der Radprofis am Ende fast im Alleingang entschieden. Der Lampre-Profi machte den achten italienischen Sieg in der 94-jährigen Geschichte des Frühjahrs-Klassikers im Schlussspurt eines Spitzenduos nach 259 km zwischen Brügge und Meerbeke vor Lotto-Kapitän Leif Hoste (Belgien) perfekt.

Zabel steigt nach Sturz aus

Während Mitfavorit Erik Zabel nach einem Sturz schon zuvor ausgeschieden war, platzte Boonens Traum vom dritten Flandern-Sieg in Serie an den letzten Steigungen rund 20 km vor dem Ziel. Als Ballan mit Hoste im Schlepptau zur entscheidenden Attacke ansetzte, konnte Quickstep-Kapitän Boonen nicht mithalten. Nach 6:10:15 Stunden hatte Ballan den Belgier als "König von Flandern" entthront.

Ebenfalls an der Mauer von Geraardsbergen musste T-Mobile-Profi Marcus Burghardt abreißen lassen. "Ich bin die Mauer aggressiv von vorn angefahren. Aber dann bin ich nicht mehr mitgekommen. Trotzdem bin ich mit meinem Rennen sehr zufrieden", sagte der erst 23-jährige Erzgebirgler, der am Hinterrad von Boonen 13. wurde.

Ebenfalls mit 35 Sekunden Rückstand auf Ballan kam Steffen Wesemann als 16. an. Der Wiesenhof-Fahrer hatte daas Rennen 2004 als zweiter Deutscher nach Rudi Altig (1964) gewonnen.

Rippenprellung und Ellbogenverletzung

Für Zabel war die Tortour auf den Kopfsteinplaster-Passagen in der flämischen Provinz rund 80km vor dem Ziel bei Brüssel beendet. Der Vize-Weltmeister war in einen Massensturz verwickelt und musste mit einer Rippenprellung sowie einer Ellbogenverletzung aufgeben. Bei sonnigem Frühlingswetter und milden Temperaturen säumten tausende Fans die meist schmalen Wege und stellten eine zusätzliche Gefahr dar.

Während Zabel zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht wurde, kam der ebenfalls zu Fall gekommene Freiburger Fabian Wegmann vom Team Gerolsteiner mit Hautabschürfungen davon, gab aber ebenfalls auf. Drei Wochen nach dem Gerolsteiner Sturz-Debakel bei Mailand-San Remo war auch Wegmanns Teamkollege Heinrich Haussler auf dem ersten Streckenabschnitt gestürzt.

Auch Bernucci stürzt

Neben Boonen blieb auch T-Mobile-Profi Lorenzo Bernucci nicht von einem Sturz verschont. Der Italiener war dennoch ein wichtiger Helfer seines Co-Kapitäns Burghardt bei der Verfolgung einer siebenköpfigen Ausreißergruppe.

Das Fluchtteam hatte sich bei Kilometer 40 formiert und auf dem ersten flachen Abschnitt des Rennens über elf Minuten Vorsprung herausgefahren. Das Zeitpolster schmolz jedoch schnell, als die Flüchtlinge nach 130km am Molenberg den ersten von insgesamt 18 giftigen Anstiegen erreichten. Bei acht dieser "Hellingen" erschwerte Kopfsteinpflaster zusätzlich die Fahrt. Die Ausreißer wurden schließlich nach rund 180km langer Fahrt 35km vor dem Ziel eingefangen.

© SID

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