Radsport Protour
Mcewen holt Tagessieg bei Tour de Romandie

Der Australier Robbie Mcewen hat bei der Tour de Romandie die erste Distanz-Etappe zu seinen Gunsten entschieden. Paolo Savoldelli behauptete den ersten Platz in der Gesamtwertung, Jan Ullrich kam im Hauptfeld ins Ziel.

Die erste Distanz-Etappe bei der zur Protour gehörenden Tour de Romandie hat der Australier Bobby Mcewen im Massensprint gewonnen. T-Mobile-Aushängeschild Jan Ullrich erreichte nach 169km mit dem Hauptfeld das Ziel. Prologsieger Paolo Savoldelli aus Italien verteidigte die Führung in der Gesamtwertung.

"Ich bin froh, dass ich gut durchgekommen bin"

Bei Ullrich, der in 4:10:21 Stunden die Ziellinie passierte, machten sich die fehlenden Trainingskilometer bemerkbar. "Ganz ehrlich: So schnell bin ich seit Monaten nicht gefahren. Ich bin froh, dass ich gut durchgekommen bin", so der Toursieger von 1997.

Auf regennasser Straße war es im Verlauf der Etappe zu Stürzen gekommen, sodass man bei T-Mobile froh war, dass sich kein Fahrer ernsthaft verletzte. "Bernhard Kohl hat es einmal erwischt, aber er ist zum Glück weich in eine Wiese gefallen. Ansonsten sind wir verschont geblieben", erklärte T-Mobiles sportlicher Leister Rudy Pevenage.

Im Schlussspurt auf den engen Straßen des Zielortes Payerne trat dann Mcewen im richtigen Moment an und verwies die Italiener Mirco Lorenzetto vom Milram-Team und Daniele Bennati (Lampre) auf die Plätze zwei und drei. Prologsieger Paolo Savoldelli behauptete derweil seine Führung im Gesamtklassement.

Die ersten beiden Tage gaben Ullrich allerdings nur einen kleinen Vorgeschmack auf das, was ihn in den nächsten Wochen erwartet. "Die Motivation stimmt - die Form noch nicht ganz", sagte der T-Mobile-Teamkapitän nach seinem Saisoneinstand. 66 Tage vor dem Start der Tour de France war das Ergebnis (noch) nebensächlich. "Ich freue mich, dass ich wieder dabei bin und mein Knie keine Probleme bereitet. Mein Ziel ist, am Sonntag in Lausanne anzukommen."

Im 3,4 km langen Prolog hatte Ullrich als 90. bei seiner schlechtesten Platzierung als Radprofi in einem Zeitfahren 26 Sekunden auf Savoldelli verloren. Viel mehr hatte er allerdings auch nicht erwartet. "Ich weiß, dass ich spät dran bin und erheblichen Rückstand habe. Aber meine Stärke war immer, dass ich schnell fit werde", sagte der 32-Jährige und zeigte sich zuversichtlich: "Der Anfang ist gemacht, nun kann ich wieder durchstarten."

"Ich möchte ein zweites Mal die Tour gewinnen"

Mangelnde Einstellung wollte sich Ullrich jedenfalls nicht vorwerfen lassen. "Ich habe mir noch etwas zu beweisen: Ich möchte ein zweites Mal die Tour gewinnen. Deshalb bin ich voll motiviert", sagte der letztjährige Tourdritte, dem von einigen - allen voran seinem einstigen Mentor und Telekom-Teamkollegen Bjarne Riis ("Jan hat zehn Kilo zuviel") - eine unprofessionelle Berufsauffassung vorgeworfen worden war: "Diese Sprüche von Bjarne sind ja nicht neu. Aber mein Gewicht ist absolut im Limit."

Dennoch dürften Ullrich die kommenden Tage mit den anspruchsvollen Bergetappen durch die Westschweiz schwer fallen. "Mir fehlen natürlich die intensiven Renn-Kilometer, deshalb werden die nächsten Etappen nicht leicht. Ich habe Respekt davor, aber keine Angst", so der Wahlschweizer.

Schon die zweite Etappe (171,2km) mit zwei Bergwertungen der ersten Kategorie am Donnerstag, spätestens jedoch die Bergankunft am Freitag sowie das "Dach der Tour" in Crans Montana am Samstag werden Ullrich wohl an seine derzeitige Leistungsgrenze führen. "Für Jan ist es wichtig, die nächsten Tage gut durchzukommen", so Pevenage.

© SID

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