Radsport Protour
Protour 2007 durch Kompromiss gerettet

Mit einem Kompromiss haben die Veranstalter der drei großen Rundfahrten Tour, Giro und Vuelta in Brüssel die Protour 2007 gerettet. Dem Auftakt-Rennen Paris-Nizza (11. bis 19. März) steht somit nichts mehr im Wege.

Die Protour 2007 ist gerettet. In letzter Stunde wurde die Spaltung des internationalen Straßen-Radsports verhindert, die Serie kann somit am Sonntag bei Paris-Nizza (11. bis 19. März) freie Fahrt aufnehmen. Zurück bleibt ein "Bauernopfer", mit dem sich 19 der 20 Erstliga-Teams arrangieren können.

"Zum Glück ist die Kuh vom Eis", sagte ein erleichterter Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer. "Wir sind sehr froh, dass doch noch eine Lösung gefunden wurde", meinte T-Mobiles sportlicher Leiter Rolf Aldag.

"Kompromiss der Vernunft"

Nach neunstündigem Verhandlungsmarathon und nur sechs Tage vor dem geplanten Auftakt der Serie hatten sich Weltverband UCI und die Veranstalter der drei großen Rundfahrten Tour, Giro und Vuelta in Brüssel auf einen "Kompromiss der Vernunft" (Holczer) verständigt. "Es gab keinen anderen Weg", bekräftigte Holczer, "denn uns allen drohte der Abgrund."

Danach hob die UCI das Startverbot für Paris-Nizza auf, obwohl die belgisch-schwedische Mannschaft Unibet keine Zulassung erhalten hat. Die "großen Drei" verweigern zwar Unibet und dem kasachischen Rennstall Astana um Alexander Winokurow und Andreas Klöden weiter die automatische Teilnahme an ihren Rennen, wollen jedoch eine freiwillige Einladung künftig "wohlwollend" prüfen.

Sorgen bei Unibet

Alle 18 anderen Protour-Teams sind bei allen 27 Rennen der Serie gesetzt, also auch Gerolsteiner, T-Mobile und Milram. "Auch um Astana mache ich mir keine Sorgen", meinte Holczer: "Sie können mit ihren starken Fahrern überall mit Wildcards rechnen." Letzlich haben die Rebellen jedoch ihr Recht der Auswahl behauptet.

Auf der Strecke bleibt deshalb wohl Unibet. Die Werbung mit Internet-Anbietern ist in Frankreich untersagt. Die Mannschaft dürfte, wenn überhaupt, wahrscheinlich nur mit weißer Brust antreten - das wird der Sponsor kaum mitmachen. "Unakzeptabel" nannte denn auch Teammanager Jacques Hanegraaf die Vereinbarung.

Holczer: "Es durfte kein Scheitern geben"

Doch das sehen die 17 in der Rennstall-Vereinigung Icpt zusammengeschlossenen "alten" Protour-Teams (alle außer Francaise des Jeux) nicht so, auf deren Initiative der letzte Versuch gestartet worden war. Holczer: "Es durfte kein Scheitern geben. Mit diesem Kompromiss müssen sich alle arrangieren. Schließlich haben wir im Radsport noch weit größere Probleme."

Der Kompromiss gilt für die Saison 2007. Spätestens bis zum 21. September soll eine langfristige Lösung gefunden werden. Sie dürfte auf eine Reduzierung der Protour-Teams hinauslaufen. Holczer: "Die UCI hat die Lizenzen an Astana und Unibet gegen unseren Widerstand vergeben. Wir haben das Unheil schon im Herbst kommen sehen. Dass es noch abgewendet werden konnte, ist ein Erfolg der Geschlossenheit in der Icpt. Soviel Solidarität wäre vor drei Jahren im Profigeschäft noch undenkbar gewesen."

© SID

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