Radsport Protour
Protour feiert Saisonauftakt

Die Protour beendet ihren Winterschlaf. Der Klassiker Paris-Nizza startet heute und läutet die neue Saison der Radprofis ein. Doch der Auftakt wird von Nebengeräuschen überschattet.

Die Protour der Radprofis startet heute mit dem Klassiker Paris-Nizza. Doch der Saisonauftakt der führenden Profiteams wird durch schwelende Doping-Altlasten und interne Machtkämpfe überschattet. Die "Fahrt zur Sonne" (11. bis 18. März) steht unter keinem guten Stern.

Mit einem eine Million Euro teuren Antidoping-Programm, das am Freitag in Paris vorgestellt wurde, wollen der Weltverband UCI und die Top-Rennställe zum Befreiungsschlag ansetzen. Es sieht eine erhebliche Ausweitung von Trainingskontrollen sowie die Einführung von Blutprofilen und DNA-Tests für alle Fahrer vor. UCI-Chef Pat Mcquaid sprach von "dem ehrgeizigsten Projekt aller Sportarten".

Ein zweites Trauma-Jahr wie 2006 mit der spanischen "Operacion Puerto" und dem überführten Toursieger Floyd Landis darf es nicht geben, zumindest darüber sind sich alle Verantwortlichen einig. Schon ein Blick auf die Siegerliste von Paris-Nizza hinterlässt aber wieder bitteren Nachgeschmack. Dort ist für 2006 der Name Landis verzeichnet.

Nicht am Start ist Jörg Jaksche, der das Rennen 2004 als dritter Deutscher nach Rolf Wolfshohl 1968 und Andreas Klöden 2000 gewann. Der Ansbacher, der seit der "Operacion Puerto" unter Dopingverdacht steht, hat bislang keine neue Mannschaft gefunden, obwohl er seit dieser Woche wieder in der Toskana trainiert.

Für Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer durchaus ein Zeichen, dass die meisten Rennställe die Zeichen der Zeit erkannt haben: "Wenn man genau hinschaut, wird man feststellen, dass bis auf eine Handvoll alle Verdächtigen höchstens bei unterklassigen Teams untergekommen sind." Doch der Sündenfall Ivan Basso (Discovery) wird die Szene noch länger belasten.

An der anderen Front hatte der Weltverband UCI gegenüber den Rundfahrt-Veranstaltern erst am Montag eingelenkt und "grünes Licht" für das erste von 27 Protour-Rennen gegeben. Auf der Strecke blieb das schwedisch-belgische Unibet-Team, das trotz Lizenz nicht eingeladen wurde und bis zuletzt den Start vor Gericht einzuklagen versuchte.

1 260 Kilometer zum Auftakt

Kein Wunder, dass sich der sportliche Aspekt vor der 65. Auflage in Grenzen hält. 1260km warten beim Prolog und den sieben Etappen auf die 160 Profis aus 20 Teams. Gerolsteiner wird vom Italiener Davide Rebellin angeführt, T-Mobile vom Fuldaer Patrik Sinkewitz, Milram vom spanischen Ex-Weltmeister Igor Astarloa.

Bei aller Tradition ist Paris-Nizza für viele Starter immer mehr zum Vorbereitungsrennen auf den ersten Klassiker Mailand-San Remo (24. März) geworden. Gleiches gilt für die italienische Alternative Tirreno-Adriatico (14.-20. März), die ein Erik Zabel auch in diesem Jahr wieder bevorzugt.

© SID

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