Radsport Protour
Stuart O´Grady siegt in der "Hölle des Nordens"

Stuart O´Grady hat den Kampf gegen das Kopfsteinpflaster gewonnen und den Frühjahrs-Klassiker Paris-Roubaix für sich entschieden. Der Australier siegte nach 259,5km in der "Hölle des Nordens".

Der Australier Stuart O´Grady hat die 105. Auflage des Frühjahrs-Klassikers Paris-Roubaix für sich entschieden. Der Bahn-Olympiasieger ist der erste Australier, der das seit 1 896 ausgetragene Rennen gewinnen konnte. Nach 259,5km auf den staubigen Pisten von Napoleons einstigen Heerstraßen machte O´Grady nach einer 20km vor dem Ziel im Velodrom von Roubaix gestarteten Flucht den Sieg perfekt.

Im Kampf um die Podestplätze landete Wiesenhof-Profi Wesemann auf dem dritten Rang hinter Rabobank-Kapitän Juan Antonio Flecha (Spanien), nachdem er schon 2002 Zweiter geworden war. Als bislang einziger Deutscher hatte der Münchner Josef Fischer das Rennen im Gründungsjahr 1 896 gewonnen.

Wesemann überzeugt - deutsche Teams in glänzender Form

Wesemann war nach der der Hitzeschlacht mit seinem Platz sehr zufrieden. "Ich hätte zwar gerne gewonnen, aber dafür hat meine Gruppe nicht konsequent genug gearbeitet. Der dritte Platz ist trotzdem ein Riesenerfolg für mich", sagte "Wese".

Auch ohne zählbaren Erfolge präsentierten sich die übrigen deutschen Teams ebenfalls in glänzender Form. Sowohl T-Mobile-Profi Marcus Burghardt als auch David Kopp vom Team Gerolsteiner und Team Wiesenhof-Felt-Sprinter Olaf Pollack hielten auf den insgesamt 28 Kopfsteinpflaster-Passagen mit einer Gesamtlänge von 52,7km über die gefürchteten "Paves" nicht nur gut mit, sondern konnten auch das Renngeschehen diktieren.

"Das war ein Rennen der Deutschen. Immer waren Deutsche mit vorne dabei. Wir haben uns mit Platz sieben von Roger Hammond und einer starken Leistung von Marcus Burghardt stark präsentiert", sagte T-Mobile-Teamchef Rolf Aldag. Burghardt war bis zum Finale am Hinterrad von Belgiens Ex-Weltmeister Tom Boonen gefahren, der vor Hammond Sechster wurde.

Team Gerolsteiner zufrieden

Auch im Lager vom Team Gerolsteiner herrschte Freude. "Wir wären zwar gerne in die Top zehn gefahren, aber die Materialschlacht hat sich dennoch gelohnt. David Kopp hat ein super Rennen gezeigt. Das war hier unsere beste Vorstellung aller Zeiten", sagte Teamchef Hans-Michael Holczer.

Unter den optimalsten Witterungsbedingungen seit 58 Jahren waren 187 Fahrer am Sonntagmorgen auf dem Place du Palais von Compiegne rund 50km vor den Toren von Paris auf die Reise durch den Norden Frankreichs gegangen. Bei hohem Tempo hatte es schon früh einzelne Ausreißversuch gegeben.

Aber erst rund 30km nach dem Start gelang einer 33-köpfigen Gruppe die Flucht nach vorn. In der Spitze waren alle deutschen Rennställe vertreten. Neben den "Gerolsteinern" Markus Fothen, David Kopp sowie Olaf Pollack präsentierten sich Für das T-Mobile Team Andreas Klier, Roger Hammond und Bert Grabsch sowie in den Milram-Farben Ralf Grabsch an vorderster Front.

Bei einem Temposchnitt von 47,5km in der ersten Stunden baute die Ausreißer bis zum ersten Paves-Abschnitt auf rund vier Minuten aus. Grabsch startete unmittelbar vor der berüchtigten Passage über 2 400 Meter im Wald von Arensberg 115km vor dem Ziel eine Attacke. Der im Rheinland lebende Brandeburger fuhr rund 30km allein dem Ziel entgegen, doch der zeitweise Vorsprung von rund zwei Minuten vor der ersten Gruppe reichte nicht. Für das Ende der Flucht sorgte Verfolger Kopp, der dann selbst die Führung übernahm. Sein Ausflug endete 25km vor dem Ziel, nachdem Wesemann das Tempo forciert und das Feld von hinten aufgerollt hatte.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%