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T-Mobile feiert Doppelsieg bei Gent-Wevelgem

Die T-Mobile-Profis Marcus Burghardt und Roger Hammond haben dem Bonner Rennstall einen Doppelsieg beim belgischen Halb-Klassiker Gent-Wevelgem beschert. Dritter wurde der Spanier Oscar Freire.

Belgien stand ganz im Zeichen der Farbe Magenta. Das Bonner T-Mobile-Team konnte dank des Shooting-Stars Marcus Burghardt und Roger Hammond einen völlig unerwarteten Doppelsieg beim Halb-Klassiker Gent-Wevelgem feiern. Im Schlussspurt einer fünfköpfigen Spitzengruppe setzte sich der 23-jährige Burghardt nach 208km vor Hammond durch. Auf Platz drei musste sich Spaniens Ex-Weltmeister Oscar Freire (Rabobank) dem T-Mobile-Duo geschlagen geben. Für den 23-jährigen Sachsen war es der erste Triumph in seiner Profikarriere, die 2005 begann.

Taktische Meisterleistung

Eine taktische Meisterleistung der beiden T-Mobile-Profis im Finale machte den erst zweiten deutschen Sieg beim Traditionsrennen möglich. Vor vier Jahre hatte Burghardts Teamkollege Andreas Klier in Wevelgem gewonnen.

"Das war erste Klasse. Wir sind am Schluss voll auf Anschlag gefahren. Ich musste attackieren, um von Freire wegzukommen. Dank Rogers Arbeit ist mir das gelungen. Jetzt fühle ich mich gut vorbereitet für Paris-Roubaix am Sonntag", sagte Burghardt im Ziel überglücklich. Seinen ersten Profisieg hatte der 23 Jahre alte Youngster routiniert wie ein Altmeister abgespult.

Attacke 1 200 Meter vor dem Ziel

Im Finale einer fünfköpfigen Spitzengruppe hatte der Erzgebirgler 1 200 Meter vor dem Ziel eine Attacke gestartet und sich den Solosieg nach 208km in 4:53:04 Stunden geholt. Dabei hielt ihm Hammond den Rücken frei. Der Brite, der schon ab Kilometer 44 in einer ursprünglich dreiköpfigen Fluchtgruppe mit zeitweise siebeneinhalb Minuten Vorsprung auf das Peloton fuhr, schirmte Freire ab und verwies zwei Sekunden zurück den Mailand-San-Remo-Sieger (0:04) auf den dritten Rang.

"Wir sind wieder dabei. Es war toll, was unsere Jungs gezeigt haben. Besser ging es nicht. Dieser Erfolg macht Hoffnung für die nächsten Rennen", sagte Teamleiter Tristan Hofmann.

Schwere Stürze überschatten Erfolg

Überschattet wurde das Rennen von zahlreichen Stürzen, wobei auch das Team Gerolsteiner nicht verschont blieb. Kapitän Heinrich Haussler musste mit Prellungen ins Krankenhaus eingeliefert werden, der zunächst befürchtete Schlüsselbeinbruch bestätigte sich aber nicht.

Ein Schlüsselbeinbruch wurde allerdings für Marco Velo vom Bremer Milram-Team vermutet. Velos Teamgefährte Fabio Sacchi landete ebenson in der Klinik, während der ebenfalls gestürzte Kapitän Alessandro Petacchi noch Glück hatte, das Rennen allerdings auch nicht beenden konnte.

Schlimm erwischte es den Franzosen Jimmy Casper, der auf dem Kopfsteinpflaster am berüchtigten Kemmelberg zu Fall kam und mit schweren Gesichtsverletzungen abtransportiert wurde. Nach diesen Eindrücken war für den Gerolsteiner Christian Henn das Resultat seiner Fahrer eher belanglos: "Ich bin schon zufrieden, wenn alle einigermaßen gesund angekommen sind. Nach den Vorfällen am Kemmelberg hatten wir ohne keine Chance mehr, in den Endkampf eingreifen zu können."

© SID

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