Radsport Protour
Van Gerwen: "Radsport braucht Deutschland"

Für Milram-Teamchef Gerry van Gerwen ist Deutschland der wichtigste Radsport-Markt. Allerdings gebe es seiner Ansicht nach keine positiven Signale aus der deutschen Wirtschaft.

Ohne Deutschland geht es nicht - zumindest was den Radsport betrifft. "Der Radsport braucht Deutschland. Die Frage ist jedoch, ob Deutschland auch den Profi-Radsport braucht. Für mich ist Deutschland nach wie vor ein sehr wichtiger Markt, vielleicht sogar der beste", sagte Milram-Teamchef Gerry van Gerwen im Gespräch mit der Zeitschrift Sponsors.

Gleichzeitig äußerte van Gerwen Kritik: "Aus der hiesigen Wirtschaft gibt es derzeit keine Signale, dass es wieder aufwärts gehen könnte, und auch sportliche Vorbilder, wie es seinerzeit Jan Ullrich und Erik Zabel waren, sind aktuell nicht in Sicht."

Da van Gerwen nach dem Rückzug des bisherigen Sponsors bislang keinen neuen Geldgeber finden konnte, hat er seinen Antrag auf die Protour-Lizenz für 2011 zurückgezogen. In der kommenden Protour-Saison wird somit kein deutsches Profi-Team in der ersten Radsport-Liga vertreten sein. Das war zuletzt vor 20 Jahren der Fall gewesen.

Das Team Milram, das seit 2006 an der von der UCI organisierten Protour teilnimmt, wird ab dem 16. Oktober im Rahmen der Lombardei-Rundfahrt in Italien sein letztes Rennen bestreiten. Trotzdem will van Gerwen nicht aufgeben und in der Saison 2012 "am liebsten mit einer deutschen Lizenz" auf die große internationale Radsport-Bühne zurückkehren.

© SID

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