Radsport Rundfahrt
Motivierter Ullrich noch auf Formsuche

Nach seinem ersten "Renn-Einsatz"über 3,4 Kilometer war Jan Ullrich recht zufrieden: "Die Motivation stimmt, die Form noch nicht ganz", sagte der 32-Jährige nach dem Prolog der Tour de Romandie.

Richtig gefordert wurde Jan Ullrich noch nicht, und dennoch deutete sich schon auf den ersten Metern seines Saison-Einstandes klar, dass es noch ein sehr weiter Weg bis zur Tour de France sein wird. "Die Motivation stimmt - die Form noch nicht ganz", sagte der T-Mobile-Teamkapitän nach dem Saisoneinstand zum Auftakt der Tour de Romandie in Genf. 66 Tage vor dem Start der Tour de France war das Ergebnis (noch) nebensächlich. "Ich freue mich, dass ich wieder dabei bin und mein Knie keine Probleme bereitet. Mein Ziel ist, am Sonntag in Lausanne anzukommen."

Viel mehr als den 90. Rang im 3,4 Kilometer langen Prolog - immerhin seine schlechteste Platzierung als Radprofi in einem Zeitfahren - hatte Ullrich auch nicht erwartet. "Ich weiß, dass ich spät dran bin und erheblichen Rückstand habe. Aber meine Stärke war immer, dass ich schnell fit werde", sagte der 32-Jährige und zeigte sich zuversichtlich: "Der Anfang ist gemacht, nun kann ich wieder durchstarten."

Gewicht "im Limit"

Mangelnde Einstellung wollte sich Ullrich jedenfalls nicht vorwerfen lassen. "Ich habe mir noch etwas zu beweisen: Ich möchte ein zweites Mal die Tour gewinnen. Deshalb bin ich voll motiviert", sagte der Toursieger von 1997, dem von einigen - allen voran seinem einstigen Mentor und Telekom-Teamkollegen Bjarne Riis ("Jan hat zehn Kilo zuviel") - eine unprofessionelle Berufsauffassung vorgeworfen worden war: "Diese Sprüche von Bjarne sind ja nicht neu. Aber mein Gewicht ist absolut im Limit."

Dennoch dürften Ullrich die kommenden Tage mit den anspruchsvollen Bergetappen durch die Westschweiz schwer fallen. "Mir fehlen natürlich die intensiven Renn-Kilometer, deshalb werden die nächsten Etappen nicht leicht. Ich habe Respekt davor, aber keine Angst", so der Wahlschweizer, für den ein ähnliches Resultat wie bei seinem bislang einzigen Romandie-Start 2001 realistisch erscheint, als er mit einer guten halben Stunde Rückstand in der Gesamtwertung 55. wurde.

Hochgebirge als erster Härtestest

Während das erste Teilstück heute mit Start und Ziel in Payerne (169km/live im DSF) noch überwiegend flach verläuft, haben es die nächsten Tage in sich. Schon die zweite Etappe mit zwei Bergwertungen der ersten Kategorie am Donnerstag, spätestens jedoch die Bergankunft am Freitag sowie das "Dach der Tour" in Crans Montana am Samstag werden Ullrich wohl an seine derzeitige Leistungsgrenze führen. "Für Jan ist es wichtig, die nächsten Tage gut durchzukommen", erklärte T-Mobiles sportlicher Leiter Rudy Pevenage.

Sollte das gelingen, würde es wohl bei Ullrichs geplantem Giro-Start ab 6. Mai bleiben. "Wenn es so weiter läuft, bin ich beim Giro auf jeden Fall dabei", so der Olympiasieger von 2000: "Ich werde mich jetzt durchquälen. Bis zur Tour sind es ja noch ein paar Wochen. Ich bin optimistisch, dass es klappt."

© SID

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