Radsport Rundfahrt
Schumacher fährt umstrittenen Sieg ein

Der Sieg von Stefan Schumacher bei der Benelux-Rundfahrt hat einen bitteren Beigeschmack. Beim Zielsprint auf der Schlussetappe brachte der Gerolsteiner-Profi seinen Konkurrenten George Hincapie unabsichtlich zu Fall.

Denkwürdiger hätte die zweite Auflage der Benelux-Rundfahrt nicht entschieden werden können. Das Duell zwischen Stefan Schumacher vom Team Gerolsteiner und US-Profi George Hincapie um das Rote Trikot des Gesamtsiegers hat der deutsche Herausforderer auf fast tragische Weise gewonnen. Beim Tagessieg des Belgiers Philippe Gilbert (Francaise des Jeux) mussten die Rennjuroren nach Einsicht des Zielfotos über den Ausgang der Gesamtwertung entscheiden, weil Hincapie auf den letzten 100 Metern von Schumacher zu Fall gebracht wurde.

Der Nürtinger war die umstrittene "Welle" gefahren, weil ein Zuschauer über die Absperrung hinaus Schumacher bedrängt hatte. "Ich musste einem winkenden Zuschauer ausweichen. Beinahe wäre ich selbst gestürzt. Es tut mir so Leid, dass dies passiert ist", sagte Schumacher. Seine Beteuerungen wurden durch die Slowmotion-Bilder vom Finale bestätigt.

Zeitgutschrift gibt den Ausschlag

Damit wurde "Schumi" auf dem dritten Tagesplatz hinter Gilbert und dem Italiener Manuele Mori (Saunier) gewertet. Die somit fällige Zeitgutschrift von vier Sekunden reichte, um den mit drei Sekunden zum Start der Abschlussetappe angetretenen Hincapie noch den Gesamtsieg zu entreißen. "Das ist für Stefan ein großer Sieg. Dass er so zu Stande gekommen ist, ist schade. Es wird immer ein bitter Beigeschmack bleiben. Aber die Hand des Zuschauers war deutlich zu sehen", sagte der Gerolsteiner Teamleiter Christian Wegmann.

Auf den letzten 199,7km mit Start und Ziel in Ans hatte Hincapie Schumacher immer kontrolliert. Attacken auf den letzten vier Kilometern konnte der Discovery-Kapitän parieren. Dramatisch wurde die Schlussverfolgung von Gilbert, der sich kurz vor dem Ziel hatte absetzten können.

Wegmann lobt die Mannschaftsleistung

Der Tagessieg des Lokalmatadoren auf der Königs-Etappe mit insgesamt neun Anstiegen an den in Belgien berüchtigten "Hellingen" war letztlich ungefährdet. Unweit seiner Heimatgemeinde gewann Gilbert mit zwei Sekunden Vorsprung vor dem im Massenspurt folgenden Hauptfeld.

Schumachers zweiten Saisonsieg, den insgesamt 31. in diesem Jahr für den Rennstall aus der Eifel, stuft Wegmann hoch ein: "Es war auch eine große Leistung der Mannschaft. Immerhin hatte Stefan nach unseren Ausfällen nur noch vier Helfer an seiner Seite".

© SID

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