Radsport Rundfahrt
Ullrich: "In kleinen Schritten der Tour entgegen"

Jan Ullrich hat im Rahmen seiner Tour-Vorbereitung mit der Romandie-Rundfahrt die erste Hürde genommen und blickt optimistisch auf die verbleibende Arbeit: "Bis ich angreifen kann, wird es noch einige Wochen dauern."

Jan Ullrich hat knapp neun Wochen vor seinem großen Saisonziel wieder Fahrt aufgenommen. Im Rahmen seiner Tour-Vorbereitung liegt der Radstar vom T-Mobile-Team im "Soll". Nach seinem ersten Härtetest bei der Romandie-Rundfahrt sagte der Radprofi erleichtert: "Ich habe mein erstes großes Ziel erreicht und bin durch diese schwere Etappen gekommen, ohne übers Limit gehen zu müssen. Ich bin sicher, dass ich meine Form in den nächsten Wochen weiter aufbauen kann."

Fast 50 Minuten Rückstand hatte Ullrich im Verlauf der ersten 653 harten Rennkilometer durch die Westschweizer Alpen auf die Besten eingefahren, doch viel wichtiger als die nackten Zahlen war für den 32-Jährigen das Gefühl bei seinem ersten Wettkampf des Jahres. "Das Knie hat gehalten und ich spüre, wie ich in kleinen Schritten vorankomme", sagte der Toursieger von 1997, auf den bis zum Start der Frankreich-Rundfahrt (1. bis 23. Juli) allerdings noch viel Arbeit wartet: "Bis ich angreifen kann, wird es noch einige Wochen dauern."

Ullrich hofft auf Leistungssteigerung bei Giro

Die nächste Stufe der Vorbereitung folgt für Ullrich beim am Samstag beginnenden Giro d´Italia. Nachdem ihn eine schmerzhafte Reizung im rechten Knie Anfang April zurückgeworfen hatte, hofft er, bei der dreiwöchigen Rundfahrt wieder etwas näher an seine schärfsten Tour-Rivalen heranzurücken. "Ich war bei den großen Höhenunterschieden in der Romandie in Leistungsbereichen, in denen ich in diesem Jahr noch nicht war. Der Giro wird erst nach und nach richtig schwer. Ich bin zuversichtlich, dass ich mich dort weiter verbessern kann."

Vor allem am Berg hat Ullrich noch reichlich Nachholbedarf. Auf der Königsetappe der Tour de Romandie über 127,7km rund um Sion hatte er sich besonders schwer getan und in einer abgehängten Gruppe 25:49 Minuten Rückstand auf Tagessieger Alejandro Valverde (Spanien) kassiert. Dennoch war sein sportlicher Leiter Rudy Pevenage von der Moral seines Schützlings angetan: "Jan hat Mut und Kampfgeist bewiesen, bei so einem schweren Rennen einzusteigen und durchzukommen. Das schaffen nur wenige Fahrer", so der Belgier.

Basso strebt das Double aus Giro- und Toursieg an

Auch die Italien-Rundfahrt, die am Samstag im Lütticher Vorort Seraing beginnt, will Ullrich ausschließlich als Training nutzen. Im Verlauf der mehr als 3000km mit einigen schweren Bergetappen tritt der gebürtige Rostocker unter anderem gegen den Italiener Ivan Basso an. Der CSC-Kapitän, der 2005 Tour-Zweiter hinter Lance Armstrong war, strebt diesmal sogar das Double aus Giro- und Toursieg an. Ullrich hatte den Giro in seiner Karriere bislang zweimal absolviert - zuletzt im Jahr 2001.

Während der Formaufbau des T-Mobile-Kapitäns langsam voranschreitet, präsentieren sich seine Gegner bereits in bestechender Frühform. Den Gesamtsieg in der Romandie holte sich Ullrichs früherer Mannschaftskamerad Cadel Evans (Australien), der im abschließenden Einzelzeitfahren über 20,4 km in Lausanne in 26: 19 Minuten die schnellste Zeit fuhr und damit den Spanier Alberto Contador noch vom ersten Platz verdrängte. Ullrich erreichte in seiner Spezialdisziplin mit der Zeit von 28:47 Minuten als 69. das Ziel und belegte im Schlussklassement den 115. Rang.

Jaksche bester Deutscher

Bester Deutscher war der Ansbacher Jörg Jaksche vom spanischen Team Liberty Seguros, der im Kampf gegen die Uhr 50 Sekunden hinter Evans Sechster wurde. Der Franke war auf allen entscheidenden Etappen mit der Spitzengruppe ins Ziel gekommen und belegte im Endklassement schließlich den vierten Rang (54 Sekunden zurück).

© SID

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