Radsport Rundfahrt
Ullrich startet bei Tour de Romandie in die Saison

Heute startet in der Westschweiz die sechstägige Tour de Romandie. Bei seinem verspäteten Start in die Saison steht vor allem Jan Ullrich unter besonderer Beobachtung. "Es muss losgehen", erklärte der T-Mobile-Kapitän.

T-Mobile-Kapitän Jan Ullrich muss ab heute bei der Tour de Romandie (täglich live im DSF) seine Form unter Beweis stellen. Zuletzt waren dem 32-Jährigen mögliches Übergewicht, Knieprobleme und mangelnde Einstellung zum Profi-Radsport vorgeworfen worden. Die Rundfahrt in der Westschweiz dauert insgesamt sechs Tage und erstreckt sich über insgesamt 650km. Dabei müssen die Fahrer mehr als 7 000 Höhenmeter überwinden.

"Wichtig, dass ich Wettkämpfe bestreite"

Bei seinem verspäteten Saisoneinstand sieht sich auch Ullrich mittlerweile unter Zugzwang: "Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem ich es mir nicht mehr aussuchen kann, ob ich noch drei Wochen mit dem ersten Start warte. Es muss losgehen." Nur noch zehn Wochen hat er Zeit, um sich für den wohl letzten Anlauf auf seinen zweiten Tour-de-France-Sieg zu rüsten. "Talent allein reicht nicht. Jetzt ist wichtig, dass ich Wettkämpfe bestreite und die verbleibende Vorbereitungszeit gut nutze", sagt der Toursieger von 1997.

Manche glauben allerdings, dass es dafür schon zu spät ist. Besonders kritisch äußerte sich in der vergangenen Woche Ullrichs ehemaliger Mentor Bjarne Riis. "Jans Form ist katastrophal", sagte der Däne, nachdem er den früheren Telekom-Teamkollegen vor einigen Tagen zufällig beim Training in der Toskana getroffen hatte.

Ullrich habe "zehn Kilo zuviel" und mache nicht den Eindruck, als würde er seinen Beruf noch ernst nehmen, so der Sportchef des CSC-Teams, dessen Schützling Ivan Basso (Italien) Topfavorit auf den Toursieg ist.

"Man kann nicht das ganze Jahr schnell fahren"

Auch andere potenzielle Gegner äußerten sich verwundert über den selbst für Ullrichs Verhältnisse späten Einstieg ins Renngeschehen. Doch der Olympiasieger von 2000, der seinen vor drei Wochen geplanten Start bei der Sarthe-Rundfahrt wegen einer Reizung im rechten Knie abgesagt hatte, weist die Kritik zurück: "Es ist gut, wenn andere schon Rennen gewinnen, denn ich weiß, dass man nicht das ganze Jahr schnell fahren kann."

Für die Tour de Romandie hat er sich nur vorgenommen, ins Ziel zu kommen. "Ich bin erst seit ein paar Tagen schmerzfrei und habe gerade mal eine Woche intensiv trainiert. Das reicht natürlich noch nicht", sagt Ullrich. "Man darf keine Wunderdinge von Jan erwarten", erklärt T-Mobiles sportlicher Leiter Rudy Pevenage.

"Bei Jan ist alles im Plan"

Die Teamkollegen halten demonstrativ zu ihrem Kapitän: "Ich denke, bei Jan ist alles im Plan. Bis zur Tour ist es noch ein Stück. Außerdem ist doch bekannt, dass er immer erst kurz vor der Tour richtig in Form kommt", sagt Patrick Sinkewitz, der sich zuletzt mit guten Leistungen für das Tourteam empfahl.

Bei der Romandie-Rundfahrt erwartet Ullrich heute zunächst ein leichtes Einrollen in Form des 3,4km langen Prologs in Genf. Doch dann geht es zur Sache: An den kommenden vier Tagen stehen nicht weniger als zehn Bergwertungen auf dem Programm, darunter sieben der ersten Kategorie. Höhepunkte sind die 1318m hohe Bergankunft in Leysin am Ende der dritten Etappe sowie am Tag darauf der Anstieg nach Crans Montana (1529m). Den Abschluss bildet ein Zeitfahren über 20,4km am Sonntag in Lausanne.

© SID

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