Radsport Tour de France
Ausreißer Dumoulin trotz dem Regen in Nantes

Im Schlussspurt eines Ausreißerquartetts hat Samuel Dumoulin die dritte Etappe der Tour de France gewonnen. Für Erik Zabel blieb im Nantes an seinem 38. Geburtstag nur Rang sechs.

Ein Ausreißer-Quartett mit dem nur 1,59m kleinen Franzosen Samuel Dumoulin (Cofidis) an der Spitze hat auf der völlig verregneten dritten Etappe der Tour de France die Sprint-Elite düpiert und den Tagessieg unter sich ausgemacht. Mit der ersten erfolgreichen Flucht dieser Tour setzte sich der kleinste Fahrer im 180-köpfigen Starterfeld auf dem 208km langen Teilstück von St. Malo nach Nantes durch und feierte damit den größten Erfolg seiner Karriere.

Bei starkem Wind, Regen und Kälte in der Bretagne rettete die Spitzengruppe einen Vorsprung von 2:03 Minuten auf die nächsten Verfolger ins Ziel. Damit übernahm der Franzose Romain Feillu (Agritubel) als Etappendritter das Gelbe Trikot vom bisherigen Spitzenreiter Alejandro Valverde (Caisse d'Epargne) übernahm.

Mcewen im Sprint vor Zabel

Hinter den vier Ausreißern zerfiel das Hauptfeld in mehrere Gruppen, wobei die meisten Favoriten auf den Gesamtsieg gemeinsam das Ziel erreichten. Den Sprint der ersten Verfolgergruppe gewann der Australier Robbie Mcewen (Lotto) vor Geburtstagskind Erik Zabel (Milram), der 38 Jahre alt wurde. Gerolsteiner-Sprinter Robert Förster kam als zweitbester Deutscher auf Platz neun. "Bei dem ungemütlichen Wetter war das heute ein Va-Banque-Spiel. Ich bin nicht wirklich enttäuscht, dass ich keine Siegchance hatte", sagte Zabel.

Die erfolgreiche Ausreißergruppe hatte sich bereits wenige Kilometer nach dem Start formiert und über 200km hervorragend zusammengearbeitet. Das Quartett erreichte schnell einen Vorsprung von knapp 15 Minuten und zehrte davon bis zum Schluss - auch, weil die Verfolgungsarbeit des Pelotons lange Zeit nicht konsequent genug war. Allerdings profitierte die Spitzengruppe auch von einer Demonstration von Gewerkschaftern, die das jagende Feld 57km vor dem Ziel kurz aufgehalten hatte.

Ein ganz normaler Geburtstag für Zabel

Zu einem Auflauf ganz anderer Art war es am Start rund um den Milram-Teambus anlässlich Zabels Geburtstag gekommen. Für den Jubilar und Mannschaftskapitän gab es ein Ständchen der Kollegen und eine Frühlingsquark-Torte. "Mittlerweile habe ich mich ja daran gewöhnt, meinen Geburtstag bei der Tour zu feiern", sagte Zabel, der in diesem Jahr seine 14. und letzte Frankreich-Rundfahrt bestreitet.

Wenige Kilometer nach dem Start hatte der kleine Ort Calorguen dann dem gesamten Konvoi einen großen Empfang bereitet. Denn dort führte die Strecke auch am Hof des fünfmaligen Toursiegers Bernard Hinault (1978, 1979, 1981, 1982, 1985) vorbei. Wenn der 53-Jährige nicht gerade als Repräsentant für die Frankreich-Rundfahrt tätig ist, geht er in seiner bretonischen Heimat der Rinderzucht nach. Begrüßt wurde das Fahrerfeld unter anderem von Hinaults Ehefrau, die in Calorguen Bürgermeisterin ist.

Einzelzeitfahren steht an

Am Dienstag wird die Tour-Schleife mit dem ersten Zeitfahren fortgesetzt, bei dem es über einen 29,5km langen Rundkurs mit Start und Ziel in Cholet geht. Angesichts der relativ kurzen Distanz sind beim Kampf gegen die Uhr allerdings keine großen Zeitabstände zwischen den Favoriten auf den Gesamtsieg zu erwarten. Aus deutscher Sicht dürfen sich vor allem Vizemeister Stefan Schumacher, der WM-Fünfte Sebastian Lang (beide Gerolsteiner) und CSC-Fahrer Jens Voigt Hoffnungen auf eine vordere Platzierung machen.

Top-Favorit auf den Sieg ist unterdessen der zweimalige Zeitfahrweltmeister Fabian Cancellara aus der Schweiz. Der 27 Jahre alte Berner, der in diesem Jahr unter anderem Mailand-San Remo und zwei Teilstücke der Tour de Suisse für sich entschied, trug 2007 nach seinem Prologsieg und dem Gewinn der dritten Etappe eine Woche das Gelbe Trikot. Neben dem CSC-Fahrer zählt auch Tour-Mitfavorit Cadel Evans (Australien/Lotto) zu den Besten im Kampf gegen die Uhr, sodass es einen erneuten Wechsel an der Spitze geben könnte.

© SID

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