Radsport Tour de France
Bennati gewinnt 17. Etappe im Sprint der Ausreißer

Daniele Bennati hat die 17. Etappe der Tour de France im Sprint für sich entschieden. Der Italiener aus dem Lampre-Team hängte in Castelsarrasin seine drei Mitausreißer Markus Fothen, Martin Elmiger und Jens Voigt ab.

In Markus Fothen und Jens Voigt bestimmten zwei deutsche Radprofis in einer Ausreißer-Gruppe zwar den größten Teil der 17. Etappe der 94. Tour de France, den Sieg holte sich allerdings der Italiener Daniele Bennati. Der Lampre-Profi setzte sich an Tag eins nach dem Ausschluss von Spitzenreiter Michael Rasmussen im Schlussspurt nach 188,5km zwischen Pau und Castelsarrasin vor Gerolsteiner-Fahrer Fothen aus Kaarst durch, der damit den insgesamt 56. Tagessieg eines Deutschen bei der Frankreich-Rundfahrt verpasste. Mitausreißer Voigt aus dem CSC-Team landete hinter dem Schweizer Martin Elmiger auf Rang vier.

Contador "offiziell" in Gelb

Der Kampf um das vakante Gelbe Trikot des vom eigenen Rennstall wegen starken Doping-Verdachts entthronten Rasmussen hielt sich am Donnerstag in Grenzen. Der Däne war acht Tage mit zuletzt 2:23 Minuten Vorsprung auf den Spanier Alberto Contador in Gelb gefahren, bevor dem zweimaligen Etappensieger falsche Angaben über seine Aufenthaltsorte bei unangemeldeten Trainings-Kontrollen zum Verhängnis wurden. Rasmussen wurde von Rabobank entlassen, weil er gegen Teamregeln verstoßen habe.

Contador, dem Verbindungen zum spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes nachgesagt werden, geht mit 1:53 Minuten vor dem Australier Cadel Evans (Lotto) auf die letzten drei Etappen. Dritter ist Contadors Discovery-Teamkollege Levi Leipheimer (USA/2:49), als bester T-Mobile-Profi belegt der Luxemburger Kim Kirchen 11:36 Minuten zurück den siebten Platz.

Sprinter Boonen baut Vorsprung aus

Im Grünen Trikot des Punktbesten baute Belgiens Ex-Weltmeister Tom Boonen (Quickstep) seinen Vorsprung vor dem Südafrikaner Robert Hunter (Barloworld) und Milram-Kapitän Erik Zabel (Unna) aus. Im Trikot des Berg-Königs fährt Briancon-Sieger Mauricio Soler (Barloworld) aus Kolumbien den Champs-Elysees in Paris entgegen.

Den Tagessieg machten Fothen und drei weitere Fahrer unter sich aus, nachdem sie fast die komplette 188,5-km-Distanz an der Spitze unter sich geblieben waren. Als bester Sprinter erwies sich erwartunsgemäß Bennati, der Fothen auf der Zielgeraden nach 4:14:03 Minuten keine Chance ließ.

"Markus hat nichts verkehrt gemacht. Er musste so fahren, um Bennati wenigstens etwas zu überraschen. Man ist natürlich immer etwas enttäuscht, wenn es keinen Sieg gibt, aber der zweite Platz ist auch ein tolles Ergebnis," sagte der Gerolsteiner Teamleiter Christian Henn.

Bennati war der einzige "gelernte" Sprinter bei den Flüchtlingen. "Ich freue mich natürlich über den Sieg, auch wenn das heute nach den Ereignissen der letzten Tage etwas in den Hintergrund rückt. Wir sind über zwei Stunden Vollgas gefahren. Das war schon hart", erklärte der Italiener.

Voigt, der bei der Konstellation der Spitzengruppe Außenseiter war, durfte sich immerhin über einen Trostpreis freuen. Der Mecklenburger wurde als "kämpferischster Fahrer" des Tages ausgezeichnet.

Angriff kurz nach dem Start

Die achtköpfige Ausreißergruppe hatte sich am Fuß der Pyrenäen gleich nach dem Start abgesetzt. Bei drei der fünf ersten Bergwertungen kleinerer Kategorie konnte Fothen punkten, an der Cote de Villecomtal (335m) und Cote de Mielan (283m) war der 25-jährige Niederrheiner Sieger.

Bei am Anfang sehr schnellen Fahrt bei Tempo 47km/h durch Aquitanien zeigten die Favoriten des Gesamtklassements im Peloton wenig Interesse, die Jagd auf die Flüchtlinge zu eröffnen. Bis 50km vor dem Ziel hatten die Ausreißer fast acht Minuten Vorsprung und fuhren ungefährdet dem Finale entgegen.

Die letzte "200er"-Etappe der 94. Tour de France ist am Freitag für die Sprinter prädestiniert. Auf den 211km zwischen Cahors im gleichnamigen Weinanbaugebiet der Region Quercy und der Departement-Hauptstadt Angouleme gibt es nur in der Anfangsphase vier Bergwertungen der jeweils 4. Kategorie.

© SID

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