Radsport Tour de France
Boonen gewinnt Etappe und steigt ins Grüne Trikot

Erik Zabel ist das Grüne Trikot wieder los. Der Belgier Tom Boonen sicherte sich nicht nur den Sieg auf der 6. Etappe der Tour de France, sondern setzte sich auch an die Spitze der Sprintwertung.

Erik Zabel hat nach nur einem Tag das Grüne Trikot der 94. Tour de France wieder an Tagessieger Tom Boonen abgeben müssen. Sichtlich gehandicapt überstanden die am Donnerstag schwer gestürzten Astana-Favoriten Alexander Winokurow und Andreas Klöden die 199,5km zwischen Semur-en-Auxois und Bourg-en-Bresse auf der letzten Flachetappe in Burgund vor den Alpen-Passagen am Wochenende.

Den letzten Tagessieg zum Abschluss der "Woche der Sprinter" sicherte sich Boonen (Quickstep) im Massenspurt nach 5:20:59 Stunden vor Spaniens Ex-Weltmeister Oscar Freire (Rabobank) und Zabel (Milram). Im Finale des auf den letzten 40km völlig ebenen Teilstücks fuhr der "Gerolsteiner" Robert Förster auf den siebten Rang.

Zabel präsentierte sich wie gewohnt als fairer Verlierer: "Boonen hat heute auch schon bei den Zwischenspurts seine enorme Klasse bewiesen, der Sieg geht in Ordnung. Natürlich wäre ich heute gerne vor den Bergen noch mal aufs Podium gestiegen, aber die Welt wird sich jetzt deswegen nicht langsamer drehen."Cancellara weiter im Gelben Trikot

Keine Mühe hatte der zweimalige Tagessieger Fabian Cancellara (CSC), das beim Prolog am vergangenen Samstag eroberte Gelbe Trikot vor den Bergen wohl zum letzten Mal erfolgreich zu verteidigen. Der Schweizer Zeitfahr-Weltmeister blieb im Hauptfeld und hielt Verfolger Klöden weiter mit 33 Sekunden Vorsprung auf Distanz. Keine zusätzliche Zeit verlor Winokurow, der nach dem Debakel vom Vortag 2:10 Minuten Rückstand hat.

Den beiden angeschlagenen Astana-Stars kam die gemächliche Gangart des Peloton entgegen. Bei sommerlichen Temperaturen um 27 Grad Celsius lag das Tempo der ersten Stunden um 35 km/h. Dabei konnten sich "Wino" und Klödi" am Ende des Hauptfeldes schonen. "Beide haben heute im Feld keine Probleme. Ein Ausstieg steht nicht zur Diskussion. Sie sind motiviert, gut vorbereitet und die Mannschaft steht hinter ihnen. Wir müssen abwarten, wie es morgen in den Bergen aussieht", teilte Astana-Teamleiter Mario Kummer während des Rennens aus dem Begleitfahrzeug heraus mit.

Cofidis-Fahrer Wiggins lange auf der Flucht

Die offensichtlich auf Solo-Attacken ausgerichtete Marschroute des französischen Cofidis-Rennstalls setzte der britische Bahnrad-Spezialist Bradley Wiggins fort. Der Doppel-Weltmeister von Mallorca startete nach nur zwei Kilometern die Flucht nach vorn und war dann über 192km völlig allein unterwegs. Tags zuvor hatte sein Teamkollege Sylvain Chavanel nach 171km in einer Ausreißergruppe sein am Freitag ungefährdetes Bergtrikot erobert, davor war Cofidis-Fahrer Stephane Auge 188km auf der Flucht.

Wiggins maximaler Vorsprung betrug bei der Fahrt durch die Weinregionen von Burgund rund 18 Minuten, wobei der 27-Jährige am Anfang von Milram-Fahrer Andrej Griwko (Ukraine) verfolgt wurde. Der Vorsprung des Verfolgungs-Olymiasiegers begann rund 122km vor dem Ziel zu schmilzen, das Ende der Solo-Tour war damit eingeleitet.

Der erste Härtestest der diesjährigen Tour steht am Samstag mit dem Aufstieg in die Alpenregion nahe der Schweizer Grenze bevor. In Bourg-en-Bresse beginnt die 197,5km lange Fahrt zum Wintersport-Mekka Le Grand-Bonard in Hoch-Savoyen. 14km vor dem Ziel wartet am 1618m hohen Col de la Colombiere erstmals ein Berg der 1. Kategorie.

© SID

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