Radsport Tour de France
Cavendish sprintet vor Ciolek zum Etappensieg

Mark Cavendish vom Team Columbia hat die achte Etappe der 95. Tour de France gewonnen. Zweiter wurde Gerald Ciolek, das Gelbe Trikot behält Kim Kirchen.

Das T-Mobile-Nachfolgeteam Columbia hat auf der achten Etappe der diesjährigen Tour de France für einen Paukenschlag gesorgt und einen Doppelsieg gelandet. Beim zweiten Tageserfolg des Engländers Mark Cavendish erreichte der Pulheimer Gerald Ciolek als Zweiter seine bislang beste Tour-Platzierung, nachdem er zunächst den Sprint für seinen Teamkollegen angezogen hatte. Das Gelbe Trikot des Spitzenreiters behielt im Luxemburger Kim Kirchen ein weiterer Columbia-Fahrer.

20 Stunden nach der Suspendierung des positiv auf EPO getesteten Spaniers Manuel Beltran durch seinen Liquigas-Rennstall war Cavendish am Ende des völlig verregneten Teilstücks von Figeac nach Toulouse (172,5km) nicht zu schlagen.

"Wir haben beide gut harmoniert"

Hinter Ciolek fuhr der Franzose Jimmy Casper (Agritubel) auf Rang drei, während in Robert Förster (Gerolsteiner) und Erik Zabel (Milram) zwei weitere Deutsche auf den Plätzen fünf und sechs folgten. "Besser geht es nicht. Wir haben beide gut harmoniert", sagte Cavendish nach seinem zweiten Tour-Etappensieg binnen vier Tagen.

Im Gesamtklassement liegt Kirchen weiter sechs Sekunden vor dem Australier Cadel Evans (Lotto). Als Dritter folgt der Nürtinger Stefan Schumacher (Gerolsteiner), der 16 Sekunden Rückstand auf den Spitzenreiter aufweist. Vor dem Einstieg in die Pyrenäen hielten sich die Favoriten auf den Gesamtsieg dabei die meiste Zeit im geschlossenen Feld versteckt.

"Eine ganz besondere Leistung"

"Wir wollten das Gelbe Trikot von Kim schützen. Am Ende habe ich mich nur nach vorne orientiert", sagte Ciolek, mit dem sein Team-Direktor Rolf Aldag nicht ganz einer Meinung war: "Vor den schweren Pyrenäen-Etappen wollten wir das Gelbe Trikot heute verschenken, aber keiner wollte es. Dass wir heute aber einen Doppelsieg gelandet haben, ist eine ganz besondere Leistung."

Auf der ersten Etappenhälfte hatten vier Ausreißer den Kampf um den Tagessieg eröffnet und das wellige Gelände des südlichen Zentralmassivs für einen Alleingang zu nutzen versucht. Der Spanier Arnets Txurruka (Euskaltel) sowie die Franzosen Christophe Riblon (Ag2r), Jerome Pineau und Laurant Lefevere (beide Bouygous Telecom) hatten sich nach 80km zu einer Gruppe zusammengeschlossen, nachdem Lefevere zunächst eine Soloflucht unternommen hatte.

Allerdings betrug der Vorsprung des Quartetts maximal 5:30 Minuten, so dass die Erfolgsaussichten nach der Tempoerhöhung des Feldes schnell schwanden. Um die Ausreißer jedoch nicht zu früh zu stellen und damit weitere Attacken zu riskieren, ließ das Peloton die vier Spitzenreiter auf den letzten 30km mit einer knappen Minute Vorsprung noch etwas an der langen Leine, ehe schließlich die erwartete Massenankunft durch die Sprinter-Teams eingeleitet wurde.

Liquigas zeigt Geschlossenheit

Die durch den "Fall Beltran" angeschlagene Liquigas-Mannschaft zeigte sich demonstrativ an der Spitze des Feldes und war bemüht, ihren Topsprinter Filippo Pozzato in eine gute Position für das Finale zu bringen. Doch der Italiener hatte mit dem Ausgang des Rennens letztlich nichts zu nun.

Der Kampf um die Gesamtwertung dürfte derweil am Sonntag erstmals richtig entbrennen, wenn die Tour mit der neunten Etappe die Pyrenäen erreicht. Über 224km führt der Weg von Toulouse nach Bagneres-de-Bigorre, wobei vor allem die Kategorie-1-Anstiege zum Peyresourde- (1569m) und zum Aspin-Pass (1489m) für Spannung sorgen. Allerdings folgt nach dem letzten Gipfel des Tages noch eine 26km lange Abfahrt, so dass ein Alleingang eines Fahrers aus dem Kreis der Favoriten nicht zu erwarten ist.

© SID

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