Radsport Tour de France
Chavanel beendet in Montlucon seine Durststrecke

Bei seiner siebten Tour de France hat Sylvain Chavanel den ersten Tagessieg gefeiert. Im Sprint zweier Ausreißer setzte sich der Franzose auf der 19. Etappe gegen Jeremy Roy durch.

Vor dem Showdown im Kampf um den Toursieg mit dem Zeitfahren am Samstag hat sich der Franzose Sylvain Chavanel als Ausreißer den Sieg auf der 19. Etappe gesichert. Nach 165,5km zwischen Roanne und Montlucon setzte sich der Cofidis-Fahrer im Endspurt vor seinem Fluchtgefährten und Landsmann Jeremy Roy (Francaise des Jeux) durch. Die beiden waren 90km gemeinsam an der Spitze gefahren.

Sprint des Hauptfeldes geht an Ciolek

1:13 Minuten hinter dem Spitzen-Duo gewann der Pulheimer Gerald Ciolek den Sprint des Hauptfeldes. Der frühere U23-Weltmeister vom Columbia-Rennstall setzte sich knapp vor Erik Zabel durch. "Leider hat die Kraft nicht mehr gereicht, die beiden vorne noch einzuholen. Aber ich bin trotzdem zufrieden, wie der Sprint gelaufen ist", sagte der Milram-Kapitän. Als Tagesfünfter rundete Gerolsteiner-Fahrer Heinrich Haussler das gute Ergebnis der deutschen Sprinter ab.

"Es gab etwas Uneinigkeit bei der Nachführarbeit und so sind wir zu spät hinterher gefahren. Es ist schade, denn wir hätten heute eine gute Chance gehabt", sagte ein enttäuschter und sichtlich erschöpfter Ciolek.

Der deutsche Meister Fabian Wegmann war indes nach mehreren Stürzen in den vergangenen zwei Wochen am Ende seiner Kräfte. Der Freiburger, der zudem mit einer Allergie zu kämpfen hatte, erreichte das Ziel außerhalb der Karenzzeit und wurde zusammen mit Juan Antonio Flecha (Spanien/Rabobank) sowie Romain Feillu (Frankreich/Agritubel) aus dem Rennen genommen. "Das ist sehr bitter. Fabian wollte unbedingt nach Paris. Ich habe noch mit der Jury telefoniert, doch sie hat nicht mit sich reden lassen", sagte Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer.

An der Spitze der Gesamtwertung gab es 24 Stunden vor dem entscheidenden Kampf gegen die Uhr erwartungsgemäß keine Veränderungen. So liegt Spitzenreiter Carlos Sastre aus Spanien weiter 1:24 Minuten vor seinem CSC-Teamkollegen Fränk Schleck, während der Luxemburger wiederum neun Sekunden Vorsprung auf Gerolsteiner-Kapitän Bernhard Kohl aus Österreich hat. Als Vierter weist der australische Top-Favorit Cadel Evans 1:34 Minuten Rückstand auf Sastre aus.

Evans vor Showdown in der Favoritenrolle

Wegen seiner Qualitäten als Zeitfahrer gilt Evans als erster Anwärter auf den Gewinn des Gelben Trikots. Nach den Hochrechnungen aus dem ersten Zeitfahren wäre der Teamkapitän des belgischen Lotto-Renstalls durchaus in der Lage, Sastre einen Tag vor Paris noch zu überflügeln. Auf den 29,5km der vierten Etappe konnte der 31-jährige "Aussie" seinem zwei Jahre älteren Kontrahenten vom CSC-Team 1:16 Minuten abnehmen. Diesmal ist der Zeitfahrkurs zwischen Cerilly und St. Amand Montrond sogar 53km lang.

Zudem ist das Profil der Strecke abgesehen von einigen kurzen Anstiegen überwiegend abschüssig, was eher Evans entgegen kommt. Dagegen schöpft Sastre seine Hoffnung möglicherweise aus seiner Zeitfahrleistung von der Tour 2006, als er auf einem 57km langen Kurs nur 1:01 Minuten auf Evans verlor. Im Endklassement belegte Sastre damals den vierten Platz, rückte später aber durch die nachträgliche Disqualifikation des amerikanischen Siegers Floyd Landis wegen Dopings auf Rang drei vor.

Während Schleck und Kohl kaum zugetraut wird, Evans im Kampf gegen die Uhr Paroli zu bieten, ist auch der derzeit fünftplatzierte Russe Denis Mentschow ein Spezialist in dieser Disziplin. Der zweimalige Vuelta-Sieger vom niederländischen Rabobank-Team liegt allerdings bereits 1:05 Minuten hinter Evans, was für ihn kaum aufzuholen sein dürfte. Ein Podestplatz in Paris liegt für den Osteuropäer hingegen im Bereich des Möglichen.

Auch Schumacher im Blickpunkt

Mit Spannung wird zudem die Leistung von Gerolsteiner-Fahrer Stefan Schumacher erwartet, der das erste Zeitfahren in Cholet überraschend gewinnen konnte. Zweiter war vor gut zwei Wochen der Luxemburger Kim Kirchen (Columbia) vor dem Schotten David Millar (Garmin). Hinter dem viertplatzierten Evans hatte der hoch favorisierte zweimalige Weltmeister Fabian Cancellara (CSC) nur einen für ihn enttäuschenden fünften Platz belegt.

Am Sonntag geht die 95. Frankreich-Rundfahrt mit der traditionellen Etappe nach Paris auf den Champs-Elysees zu Ende. Mit dem 143km langen 21. Teilstück, das in Etampes vor den Toren der französischen Hauptstadt gestartet wird, komplettiert die Tour ihre diesjährige Gesamtlänge von 3 559,5km. Wie üblich werden die Teams der besten Sprinter alles dafür tun, im Finale einen Massenspurt herbeizuführen.

© SID

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