Radsport Tour de France
Contador baut Vorsprung mit Etappensieg weiter aus

Alberto Contador hat die 18. Etappe der Tour de France gewonnen und seinen Vorsprung im Gesamtklassement ausgebaut. Der Spanier war im Einzelzeitfahren in Annecy nicht zu schlagen.

Für Alberto Contador liegt das Gelbe Trikot nach einem überragenden Zeitfahrsieg im Ziel der Tour de France in Paris bereit, für Lance Armstrong ist zumindest das Podium wieder greifbar nah. Der 37 Jahre alte Rekordsieger fuhr im Kampf gegen die Uhr um den See von Annecy zwar nur auf Platz 16, zog aber an Fränk Schleck vorbei und liegt in der Gesamtwertung wieder auf Rang drei. Contador baute seine Führung in der Gesamtwertung nach 18 Etappen vor Andy Schleck durch seinen Sieg weiter aus.

"Ich hatte einen sehr starken Tag und bin sehr froh, dass ich meinen Vorsprung im Gesamtklassement weiter ausbauen konnte. Ich habe das Maximum gegeben", sagte Contador.

Der Spanier vom Astana-Team benötigte für die 40,5km 48:30 Minuten und verwies Olympiasieger Fabian Cancellara (Schweiz/Saxo Bank) mit einem Vorsprung von drei Sekunden auf Platz zwei. Dritter wurde der Russe Michail Ignatijew (Katjuscha) mit einem Rückstand von 15 Sekunden auf den Tagessieger.

Contador baut Vorsprung auf 4:11 Minuten aus

In der Gesamtwertung liegt Contador nun 4:11 Minuten vor Andy Schleck (Saxo Bank), der Luxemburger wird den Rückstand beim Showdown am Mont Ventoux am Samstag kaum aufholen können. Armstrong folgt 5:25 Minuten hinter Contador auf Platz drei, weitere elf Sekunden zurück ist der Brite Bradley Wiggins (Garmin).

Die in Linus Gerdemann (Münster/Milram) und vor allem Tony Martin (Eschborn/Columbia) gesetzten deutschen Hoffnungen bestätigten sich im Kampf gegen die Uhr nicht. Martin, in der Schlussphase seiner ersten Tour mit langsam schwindenden Kräften unterwegs, belegte mit 1:04 Minuten Rückstand auf Contador Platz elf. "Für mich ist das kein optimales Ergebnis. Das war eines meiner schlechtesten Zeitfahren. Ich hatte mir ausgerechnet, unter die Top Ten zu fahren", sagte Martin. Gerdemann, 2:11 Minuten zurück, fuhr auf Platz 27. Andreas Klöden wurde Neunter.

Erleichterung beim Team Milram

Beim Team Milram herrschte schon vor der Etappe große Erleichterung. Der Hauptsponsor Nordmilch hatte bekanntgegeben, den Vertrag bis Ende 2010 zu erfüllen. Die Personalplanungen für die kommende Saison laufen nun auf Hochtouren. Gesucht werden junge deutsche Fahrer, mit unbefleckter Vita und großer Zukunft. "Ich habe eine Liste mit 20 Fahrern und da steht auch Tony Martin in jedem Fall drauf. Aber ich kann ja nur Vorschläge geben", sagte Sportchef Christian Henn dem SID.

Gute Nachrichten gab es derweil auch von dem auf der 16. Etappe schwer gestürzten Jens Voigt. "Die haben mich an beiden Händen und im Gesicht genäht. Aber nichts so Schlimmes. Zwei, drei Tage werde ich wohl noch im Krankenhaus in Grenoble bleiben müssen", sagte der Berliner Sportbild online.

Voigt geht es den Umständen entsprechend gut

Ihm gehe es den Umständen entsprechend gut, an den Unfall könne er sich nicht mehr genau erinnern. "Ich bin noch nicht wieder ganz klar im Kopf", sagte der 37-Jährige. Voigt hatte sich bei seinem Sturz mit Tempo 80 auf der Abfahrt vom Kleinen Sankt Bernard eine Gehirnerschütterung und einen Jochbeinbruch zugezogen.

Bevor es am Samstag zur endgültigen Tour-Entscheidung am Mont Ventoux kommt, müssen die Fahrer am Freitag die 178km lange Übergangsetappe von Bourgaion-Jallieu nach Aubenas meistern. Auf dem Abschnitt bietet sich die letzte Chance für Ausreißer, 16km vor dem Ziel muss in dem Col d'Escrinet ein Anstieg der zweiten Kategorie bewältigt werden.

© SID

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