Radsport Tour de France
Contador siegt in den Pyrenäen

Nahe seiner Heimat Spanien hat sich der bisher beste Jungprofi Alberto Contador im weißen Trikot die erste Pyrenäen-Etappe der 94. Tour-de-France gesichert. Der 24-Jährige vom Team Discovery Channel setzte sich 197km nach dem Start in Mazamet beim Zielfinale in 1708m Höhe an der Skistation Plateau-de Beille gegen den Dänen Michael Rasmussen durch. Rasmussen baute durch seinen zweiten Platz bei der zweiten Bergankunft der Tour seine Führung in der Gesamtwertung weiter aus. Andreas Klöden verlor unterdessen als bester Deutscher 1:52 Minuten auf die Spitze. "Das war für mich ein schwerer Tag. Ich hatte ziemliche Probleme mit meinem Knie. Wegen des Sturzes von gestern konnte ich auch nicht ganz mithalten", sagte Klöden.

Am "Tor der Pyrenäen" klärte Klöden dafür aber die Favoritenrolle im eigenen Astana-Team, für seinen Kapitän Alexander Winokurow ist durch einen erneuten Einbruch nach der zweiten Bergankunft der "Großen Schleife" der Traum vom Tour-Sieg wohl beendet.

Klöden chancenlos

Der "Scharfrichter" des Pyrenäen-Auftakts wartete auf die bis dahin schon weit auseinandergerissene Tour-Karawane beim 15km langen Finale mit über zehn Prozent Steigung. Bei der Jagd auf ein Spitzen-Quartett trennte sich in der ersten großen Verfolgergruppe die "Spreu von Weizen", während Winokurow schon lange davor im Feld der Geschlagenen hinterher fuhr. Aber auch Klöden war gegen die Bergspezialisten Rasmussen und Contador chancenlos.

Der am Vortag noch beim Zeitfahren hinter Winokurow und Evans drittplatzierte frühere deutsche Meister wurde mit 1:52 Minuten Rückstand auf Contador vor dem zeitgleichen Evans Sechster. Die Plätze drei bis fünf hatten der Kolumbianer Mauricio Soler (37 Sekunden), Leipheimer (40) und der Spanier Carlos Sastre (53) belegt. Am Ende waren bis auf Winokurow alle Anwärter auf den Gesamtsieg unter sich. "Bei Klöden und Winokurow hat man gemerkt, dass die ganzen Sturzverletzungen doch nicht so einfach wegzustecken sind. Aber im Ziel hatten wir trotzdem drei Mann unter den zehn. Wir haben noch alle Chancen", sagte Astana-Teamdirektor Mario Kummer.

Die 197km lange Reise am Sonntag hatte für Stefan Schumacher in Mazamets schlecht angefangen. Einen Tag nach seinem 26. Geburtstag war der "Gerolsteiner" in einer frühen Fluchtgruppe unterwegs, als ein Sturz ihn bremste. Er konnte zwar weiterfahren, einem von Soler angeführten Ausreißer-Quartett aber nicht mehr folgen.

Winokurow verliert weiter an Zeit

Winokurow konnte nicht mithalten und fiel schon zu diesem Zeitpunkt über drei Minuten zurück. Der Tour-Dritte von 2003 verlor über drei Minuten auf das Hauptfeld und konnte auch beim knapp 16km langen Finale mit durchschnittlich 7,9 Prozent Steigung nach Plateau-de-Beille nicht mehr kontern.

Die beiden Schlüssel-Etappen der diesjährigen Tour finden in den kommenden Tagen in den Hoch-Pyrenäen statt. Den Auftakt macht am Montag das 15. Teilstück. Je zwei Bergprüfungen der ersten und zweiten sowie eine der höchsten Kategorie dürften auf den 196km zwischen Foix und Loudenville-Le Louron für klare Verhältnisse im Gesamtklassement sorgen.

© SID

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