Radsport Tour de France
Dessel siegt in Jausiers, Schleck behält Gelb

Der Franzose Cyril Dessel hat die zweite Alpen-Etappe der Tour de France über 157km nach Jausiers gewonnen. Fränk Schleck aus Luxemburg verteidigte das Gelbe Trikot erfolgreich.

Bei der Fahrt über das Dach der Tour hat sich das Team Gerolsteiner um "Bergkönig" Bernhard Kohl erneut in Szene gesetzt und den zweiten Gesamtrang seines Kapitäns problemlos verteidigt. Beim Tagessieg des Franzosen Cyril Dessel fuhr der Österreicher auf den zehnten Platz und liegt damit weiter sieben Sekunden hinter Spitzenreiter Fränk Schleck aus Luxemburg.

Zudem glänzte die Equipe durch einen Parforceritt des Nürtingers Stefan Schumacher, der das Rennen 70km lang allein anführte und das 157km lange 16. Teilstück vom italienischen Cuneo nach Jausiers mit einem starken achten Rang abschloss. Dennoch war der 27-Jährige einen Tag nach seinem Geburtstag nicht ganz zufrieden: "Ich hätte früher das Tempo drosseln und die anderen herankommen lassen müssen. In der Gruppe wäre es sicher leichter gewesen."

Mentschow und Vandevelde verlieren Zeit

Dessel sicherte sich seinen ersten Tour-Etappensieg im Sprint einer vierköpfigen Spitzengruppe. Das Quartett hatte sich in der Abfahrt vom 2802m hohen Restefond-Pass von einigen Mitausreißern gelöst und das Finale auf der Zielgeraden entschieden. Schumacher kam schließlich mit 1:03 Minuten Rückstand an, nachdem er das Rennen kurz vor dem höchsten Punkt der Tour noch angeführt hatte.

Im Gesamtklassement büßten unterdessen die bislang viert- und fünftplatzierten Dennis Mentschow (Russland/Rabobank) und Christian Vandevelde (USA/Garmin) auf der schweren Etappe Zeit ein. Dagegen blieb der drittplatzierte Australier Cadel Evans (Lotto) mit acht Sekunden Rückstand in Reichweite des Gelben Trikots. Neuer Vierter ist Schlecks Teamkollege Carlos Sastre (Spanien).

Schumacher glänzt am Col de la Lombarde

Schumacher hatte sich nach 40km zunächst in einer fünfköpfigen Gruppe auf die Flucht begeben, um 20km später am Col de la Lombarde (2351m) seinen Alleingang zu starten. In dem 21,5km langen Anstieg und besonders in der anschließenden Abfahrt baute der Sieger des ersten Zeitfahrens seinen Vorsprung kontinuierlich aus und lag kurz vor Beginn der zweiten Bergwertung des Tages sogar zwölf Minuten vor dem Hauptfeld. Auf dem schweren Weg zum Restefond-Pass schmolzen die Minuten dann aber zusehends dahin.

Zwischen dem Spitzenreiter und der Favoriten-Gruppe hielt sich unterdessen beharrlich ein Feld von 30 Fahrern um den ehemaligen Girosieger Damiano Cunego (Lampre), aus dem im Verlauf des Anstiegs ein Fahrer nach dem anderen zurückfiel. Auch Cunego musste der zweiten Bergwertung des Tages in der Schlussphase Tribut zollen und wartet damit weiterhin auf seinen ersten Tour-Etappensieg.

Augustyn mit spektakulärem Sturz

Schumachers Ausreißversuch war 3,5km vor dem Scheitelpunkt der höchsten Passstraße Europas beendet, als neun verbliebene Verfolger zu ihm aufschlossen. Bei einer Attacke des Südafrikaners John-Lee Augustyn musste der Nürtinger dann seinem Husarenritt Tribut zollen und verlor den Anschluss. Allerdings hielt sich der Schwabe in der folgenden 23,5km langen Abfahrt Richtung Ziel weiter knapp hinter der Spitzengruppe, sodass es am Ende erneut zu einem Top-10-Ergebnis für den zwischenzeitlichen Träger des Gelben Trikots reichte.

Einen spektakulären Sturz erlebte dagegen Augustyn, der in der Abfahrt über den ungesicherten Straßenrand hinausfuhr und den Geröll-Berg einige Meter hinunter rutschte. Dabei hatte der Fahrer vom Team Barloworld noch Glück, dass er sich nicht schwer verletzte und das Rennen fortsetzen konnte - allerdings ohne Chance auf eine vordere Platzierung.

Am Mittwoch wartet Alpe D'Huez

Ein noch härterer Tag erwartet das Peloton am Mittwoch mit der "Königsetappe" von Embrun zur letzten Bergankunft dieser Tour in Alpe d'Huez (1850m). Neben dem berüchtigten Schlussanstieg mit seinen 21 Haarnadelkurven und einer durchschnittlichen Steigung von 7,9 Prozent auf 13,9km stehen auf dem 210,5km langen Abschnitt der Galibier-Pass (2645m) und der Col de la Croix de Fer (2067m) auf dem Programm. Insgesamt müssen die Fahrer dabei 4 500 Höhenmeter überwinden.

© SID

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