Radsport Tour de France
Elfte Tour-Etappe geht an Robert Hunter

Die elfte Etappe der 94. Tour de France geht an Robert Hunter: Der Südafrikaner vom Team Barloworld gewann nach 182,5km von Marseille nach Montpellier im Spurt gegen Fabian Cancellara.

Robert Hunter hat die zweite Mittelmeer-Etappe der 94. Tour de France gewonnen. Der Südafrikaner vom Team Barloworld setzte sich auf dem elften Teilstück nach 182,5km zwischen Marseille und Montpellier im Schlussspurt vor Fabian Cancellara (Schweiz/CSC) durch. Sprintstar Erik Zabel hat im Kampf um das Grüne Trikot einen Rückschlag erlitten und auf der zweitflachsten Etappe der Tour die Punkteränge verpasst.

Seinen dritten Etappensieg 2007 verpasste Zeitfahr-Weltmeister Fabian Cancellara (CSC) nur knapp. Nach 3:47:49 Stunden (48,06 km/h) musste sich der Schweizer nur Hunter geschlagen geben. Dritter wurde der Brasilianer Maurilio Fischer, zeitgleich fuhr der Luxemburger Kim Kirchen vom T-Mobile Team auf den zehnten Platz. "Das war eine sehr gefährliche Etappe mit den vielen Kurven am Ende", sagte Kirchen. Zabel war schon zuvor abgehängt worden.

In der vorderen Gruppe zeigte sich auch Alexander Winokurow. Der Astana-Kapitän versuchte sogar noch eine Offensive. Der Kasache scheint seine Sturzverletzungen kuriert zu haben. `Wino hat heute Signale gesetzt. Eigentlich sollte das eine Regenerationsetappe werden, aber so haben wir drei Minuten gegenüber Christophe Moreau gewonnen. Das war gut für die Moral', sagte Astana-Teamleiter Mario Kummer.

Boonen entgeht Sturz nur knapp

Im Grünen Trikot konnte der in der Schlussphase nur knapp einem Sturz entgangene Belgier Tom Boonen (Quickstep) seine Führung in der Punktwertung nicht ausbauen. Zabel fiel auf den dritten Platz hinter Hunter zurück.

In der Camargue nicht in Gefahr war das Gelbe Trikot von Michael Rasmussen (Rabobank). Der Däne konnte sich beim Zielsprint in der Hauptstadt der Region Languedoc-Roussilion zurückhalten und damit die Führung in der Gesamtwertung mit 2:35 Minuten Vorsprung vor dem Spanier Alejandro Valverde (Epargne) erfolgreich verteidigen.

Weiter bester Deutscher ist Wettfavorit Andreas Klöden (3:50) vom spanischen Astana-Team, der nach einem Einbruch des zuvor vor ihm platzierten Franzosen Christophe Moreau (Ag2r) nun Siebter ist. Die T-Mobile-Profis Kirchen (5:06) und der Westfale Linus Gerdemann (6:45) folgen auf den Plätzen neun beziehungsweise 16.

Klöden weiter bester Deutscher

Am Donnerstag war von Beginn an hohes Tempo gefahren worden. Gleich nach dem Aufbruch Richtung Westen hatten sich Fluchtgruppen gebildet. Nach 12,5km etablierten sich neun Fahrer an der Spitze. Die Gruppe um den Berliner "Flucht-König" Jens Voigt (CSC) und Heinrich Haussler vom Team Gerolsteiner fuhr auf den 40km rund zwei Minuten Vorsprung heraus, ehe sich ein Trio absetzte und in der Verfolgung eine Gegenattacke gefahren wurde. Offensiv präsentierte sich dabei der schon 37 Jahre alte Tour-Neuling Enrico Poitschke (Görlitz) vom Milram-Team.

Rund 80km vor dem Ziel hatte sich eine neue Spitze formiert. Nach dem Zwischensprint 6km vor der Verpflegungsstation in Galliens ehemaliger Hauptstadt Arles distanzierte ein Quintett mit dem deutschen Straßenmeister Fabian Wegmann (Gerolsteiner) die nächsten Rivalen um über drei Minuten.

Um fast fünf Minuten fiel Frankreichs Tour-Hoffnung Christophe Moreau zu diesem Zeitpunkt zurück. Der als Mitfavorit angetretene Kapitän des französischen Rennstalls Ag2r war zuvor in einen Sturz verwickelt gewesen. Der Ausflug von Wegmann und Co. war allerdings 38km vor dem Ziel beendet, nachdem der Astana-Express das Tempo angezogen und an die Ausreißer herangeführt hatte.

Wegmann hatte sich mehr versprochen: "Normalerweise wäre unsere Gruppe mit großem Vorsprung angekommen. Aber durch den Sturz von Moreau haben die Klassement-Fahrer unheimlich draufgetreten. Wir hatten am Ende keine Chance."

Die drei Sonderprüfungen des Tages waren bei der Fahrt durch die Provence schon bei "Halbzeit" entschieden. Der Italiener Daniele Bennati (Lampre) und der Spanier Xavier Florencio (Bouygues) gewannen die beiden Zwischensprints. Den Bergpreis bei Kilometer 38 an der Cote de Callisanne (136m) holte sich der Weißrusse Kanstantin Sjutsoju (Barloworld).

Am Freitag rollen sich die Fahrer vor dem ersten langen Zeitfahren schon ein wenig auf die anstehenden Pyrenäen-Passagen ein. Die 12. Etappe wird in Montpellier am Mittelmeer gestartet und endet nach 178,5km in Castres am Fuß der "Schwarzen Berge". Drei Bergwertungen der 4. und eine der 2. Kategorie stehen auf dem Programm.

© SID

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