Radsport Tour de France
Fothen poliert blasse Gerolsteiner-Bilanz auf

Ohne Gesamt- und Tagessieg verabschiedet sich das Team Gerolsteiner von der 93. Tour de France. Für freudige Mienen gab einzig der 24-jährige Markus Fothen als insgesamt zweitbester Nachwuchsfahrer Anlass.

Wenig Licht, viel Schatten: Richtig zufrieden kann das Team Gerolsteiner mit dem Verlauf der 93. Tour de France nicht sein. In Markus Fothen verfügt der deutsche Profi-Rennstall dennoch über ein beneidenswertes Faustpfand für die kommenden Jahre. "Mit ihm haben wir einen Mann für die Zukunft", erklärte Teamchef Hans-Michael Holczer und bescheinigte seiner Mannschaft nach dem vierten Frankreich-Auftritt seit der Premiere 2003 auch ohne Etappensieg und dem erhofften Podiumsplatz eine zufriedenstellende Leistung.

"Am Ende sieht es zwar so aus, als stünden wir mit leeren Händen da, aber ich denke, unser Auftritt kann sich trotzdem sehen lassen", sagte der frühere Realschullehrer.

Während sich Mannschaftskapitän Levi Leipheimer (USA) und der letztjährige Etappensieger Georg Totschnig (Österreich) nicht wie erhofft in Szene setzen konnten, sorgte der 24-jährige Fothen als 15. der Gesamtwertung und mit Platz zwei im Nachwuchs-Klassement für einen Lichtblick. "Er braucht natürlich noch Erfahrung, aber diese Leistung bei seiner ersten Tour ist aller Ehren wert", meinte Holczer anerkennend.

Fothen selbst musste nach dem entscheidenden Zeitfahren am Samstag allerdings erst einmal mit den Tränen kämpfen. Trotz des achtbaren 13. Ranges im Kampf gegen die Uhr hatte sich der Kaarster dem Ex-Girosieger letztlich um 36 Sekunden geschlagen geben und das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers dem Italiener Damiano Cunego überlassen müssen. "Ich bin im Rahmen meiner Möglichkeitengefahren. Dass Cunego so stark ist, hatte ich nicht erwartet", erklärte Fothen mit zittriger Stimme.

Leipheimer enttäuscht

Insgesamt 13 Tage lang hatte er die Wertung der jungen Fahrer angeführt und das Trikot lange gegen den besseren Kletterer Cunego verteidigt. Doch ausgerechnet in Fothens Spezialdisziplin schlug der Lampre-Kapitän zurück. "Ich bin schon sehr enttäuscht, zumal ich mich voll auf das Zeitfahren konzentriert habe", meinte der Gerolsteiner-Fahrer, der sich aber als guter Verlierer zeigte: "Hut ab vor Cunegos Leistung."

Enttäuschend schnitt dagegen Leipheimer ab. Der zu Tourbeginn als Mitfavorit gehandelte US-Amerikaner kassierte weitere sechs Minuten Rückstand auf Tagessieger Sergej Gontschar und belegte im Schlussklassement mit 19:22 Minuten Rückstand Platz 13. "Wir hätten uns gewünscht, dass er die Form vom Sieg bei der Dauphine-Rundfahrt mit in die Tour nehmen kann", sagte Holczer: "Leider hat bei ihm der Saisonaufbau nicht so geklappt wie erhofft."

© SID

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