Radsport Tour de France
"Große Schleife" präsentiert sich zum 93. Mal

Klassische Berge, kein Abstecher nach Deutschland sowie kein Mannschaftszeitfahren: Das sind die Eckpfeiler der 93. Tour de France, deren 3 639 Kilometer lange Strecke am Donnerstag in Paris bekannt gegeben wurde.

Acht Monate vor dem Start in die 93. Tour de France ist am Donnerstag die Streckenführung der "Großen Schleife" bekannt gegeben worden. Auf einem klassischen Kurs ohne spektakuläre Neuheiten sucht die Tour vom 1. bis 23. Juli 2006 einen Nachfolger von Rekordsieger Lance Armstrong. Bei der Vorstellung der 3639km langen Strecke für das kommende Jahr kündigte der scheidende Renndirektor Jean-Marie Leblanc vor allem mehr Spannung für das bedeutendste Radrennen der Welt an: "Es hatte sich Langeweile eingestellt, nachdem sich das Szenario in den vergangenen Jahren regelmäßig wiederholte. Doch nun stehen wir vor einem Neubeginn", erklärte der Tour-Chef am Donnerstag im Kongresszentrum von Paris.

Der Startort Straßburg, Etappenziele in Luxemburg, den Niederlanden, Belgien und Spanien sowie drei Bergankünfte und zwei lange Zeitfahren markieren die Eckpunkte der Frankreich-Rundfahrt im 103. Jahr ihres Bestehens. Durch den Start im Elsass und einen kurzen Abstecher über die Grenze werden dabei auch die deutschen Fans auf ihre Kosten kommen. Die Höhepunkte der 23-tägigen Rundfahrt liegen in der Schlusswoche, wenn unter anderem die vermutliche "Königsetappe" zur Etappenankunft in Alpe d´Huez auf dem Programm steht.

Trotz insgesamt 18 Berganstiegen, davon elf in den Alpen, bietet die Große Schleife im nächsten Jahr nicht nur Bergspezialisten eine Chance. "Dies ist sicherlich keine Tour für Kletterer. Ich sehe die Zeitfahrer, die auch mal einen Berg ganz gut hochkommen, eher im Vorteil", erklärte Teamchef Hans-Michael Holczer vom deutschen Gerolsteiner-Rennstall.

Bei insgesamt 115km im Kampf gegen die Uhr steht allerdings erstmals seit 1999 kein Mannschaftszeitfahren auf dem Etappenplan. "Der Wegfall des Teamzeitfahrens war auch für uns eine Überraschung. Aber das ist für uns weder ein Vor- noch ein Nachteil", erklärte T-Mobile-Teamchef Olaf Ludwig, der der Präsentation im Palais des Congres beiwohnte.

Ullrich noch im Urlaub

Nicht vor Ort war dagegen T-Mobile-Kapitän Jan Ullrich, der derzeit noch im Urlaub weilt und seine Saisonvorbereitung am 1. November beginnen wird. Der einzige deutsche Toursieger (1997) gilt neben dem diesjährigen Tourzweiten Ivan Basso aus Italien und dem Spanier Alejandro Valverde als möglicher Erbe Armstrongs. "Wir erwarten ein offenes Rennen ohne eindeutigen Favoriten", sagte Leblanc, der nach 17 Jahren als Tourchef von seinem französischen Landsmann Prudhomme abgelöst wird.

Aus Anlass der jüngsten Doping-Vorwürfe gegen Armstrong nahm Leblanc auch zur Doping-Problematik Stellung. "Wir stehen am Scheideweg zwischen einem ethisch sauberen Umgang oder dem K.o. für unseren Sport. Ich hoffe, die Fahrer und ihre Ärzte irren sich nicht in der Richtung", so der frühere Radprofi: "Die Enthüllungen über Armstrong werfen einen Schatten auf seine Karriere."

© SID

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