Radsport Tour de France
Holczer: „Man ist einfach machtlos“

Desillusioniert zeigt sich der ehemalige Teammanager des früheren Radsport-Rennstalls Team Gerolsteiner Hans-Michael Holczer im Interview. Am Rande der Tour sprach Holczer über seinen Rücktritt, die Dopingfälle in seinem Team und die schwierige rechtliche Situation.

Herr Holczer, Sie sitzen erstmals seit 2003 bei der Tour de France nicht mehr im Begleitfahrzeug. Zum Auftakt in Monaco waren Sie aber vor Ort. Können Sie nicht von der Tour lassen?

Hans-Michael Ich war für einen Sponsor dort. Ich betreue die Gäste vor Ort und werde mit An- und Abreise elf Tage bei der Tour sein. Das ist seit Anfang des Jahres meine Aufgabe."

Wie nah sind Sie noch dran am aktuellen Geschehen?

Ich bin natürlich informiert. Aber ich habe meine Konsequenzen gezogen. Ich habe immer gesagt, wenn Fälle (Doping, d. Red.) ans Tageslicht kommen, muss der Teammanager seinen Hut nehmen. Das habe ich nach dem Fall Kohl getan."

Der Fernseher bleibt also aus?

Ja, die Tour schaue ich mir eher weniger an. Das wirkliche Interesse am Tagesgeschäft hat einfach nachgelassen."

Spüren Sie nicht ein winziges Tour-Kribbeln?

Nein. Was ich erlebt habe, war so drastisch. Ich bin ja mit einer Rambo-Manier gekommen und habe gesagt, ich will mal sehen, wie ihr das bei mir hinbekommt mit Blutdoping. Ich war mir da sehr sicher, dass es unmöglich ist. Und dann ist es doch passiert. Ich habe es einfach nicht in den Griff bekommen."

Oft ist zu hören, der Holczer muss doch etwas gewusst haben ...

Ich habe nie gesagt, dass ich von nichts weiß. Ich habe gesagt, ich habe es nicht in den Griff bekommen. Ich wusste sehr wohl, in welchem Umfeld ich mich bewege. Aber ich habe dazu oft genug meine Meinung abgegeben.

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