Radsport Tour de France
Italiener Tosatto gewinnt die "Alpen-Talfahrt"

Matteo Tosatto hat die lange "Talfahrt" auf der 18. Etappe der Tour de France gewonnen. Der Italiener setzte sich im Schlusssprint eines Trios vor seinem Landmann Christian Moreni und "Gerolsteiner" Ronny Scholz durch.

Einen Tag vor der Entscheidung über den Gesamtsieg verpasste Ronny Scholz nur knapp den ersten Etappensieg für das Team Gerolsteiner bei der diesjährigen Tour de France. Der gebürtige Brandenburger musste sich auf der 18. Etappe zwischen Morzine und Macon über 197 km im Schlussspurt eines Ausreißer-Trios nach 4:16:15 Stunden hinter dem Tagessieger Matteo Tosatto (Quickstep) und dessen italienischem Landsmann Christian Moreni (Cofidis) mit dem dritten Rang begnügen.

"Ich wollte die Etappe gewinnen, deshalb bin ich rausgefahren. Aber ich bin eben kein Sprinter. Vielleicht klappt es nächstes Jahr", sagte Scholz. In der Fluchtgruppe kam Patrik Sinkewitz vom T-Mobile-Team 1:03 Minuten zurück auf dem 12. Platz an. "Ich hatte mir große Hoffnung auf den Sieg gemacht. Leider hat es nicht gereicht", sagte der Fuldaer. Den Spurt des Hauptfeldes gewann auf dem 16. Platz mit 8:03 Minuten Rückstand der Österreicher Bernhard Eisel (Francaise), Milram-Kapitän Erik Zabel wurde 18. "Im Peloton erreichte auch T-Mobile-Kapitän Andreas Klöden zusammen mit den übrigen Favoriten das Ziel. "Morgen wird es schwer. Alles ist möglich. mal sehen was dabei rauskommt", sagte Klöden.

Das Gelbe Trikot des Spitzenreiters in der Gesamtwertung verteidigte Oscar Pereiro von Illes Balears erfolgreich. Der Spanier hat zwölf Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Carlos Sastre und 30 vor Phonak-Kapitän Floyd Landis aus den USA. Dieses Trio kämpft nun am Samstag beim mit Spannung erwarteten Einzelzeitfahren von Le Creusot nach Montceau-les-Mines (57 km) um den Gesamtsieg.

Klöden hofft auf das Zeitfahren

Der Gesamtvierte Andreas Klöden vom T-Mobile-Team will trotz seines Rückstandes von 2:29 Minuten seine letzte Chance nutzen, zumindest auf einen Podiumsplatz. Noch während die Fahrer auf dem Weg nach Macon waren, bestätigte T-Mobile die Trennung von Jan Ullrich. Der Tour-Sieger von 1997 war bereits am Donnerstag von der Kündigung informiert worden.

Die Punktwertung führt Lotto-Profi Robbie Mcewen uneinholbar vor Zabel an, weil Spaniens Ex-Weltmeister Oscar Freire als bislang härtester Konkurrent des Australiers erkrankt aussteigen musste. Als Berg-König wird der Däne Michael Rasmussen in Paris gekrönt, wenn er die Champs-Elysees erreicht. Die Führung in der Bergwertung ist dem Rabobank-Fahrer nicht mehr streitig zu machen.

Tour-Abschied von den Alpen

Als sich die Tour-Karawane am Freitag in 1 024 m Höhe von den Alpen verabschiedete, hatten Schottlands Zeitfahr-Spezialist David Millar (Saunier) und der Russe Jaroslaw Popowytsch (Discovery) den ersten Angriff des Tages gestartet. Das Duo kam bei der Abfahrt entlang der Schweizer Grenzer zum Kanton Wallis nahe dem Genfer See aber nicht entscheidend weg und fiel nach rund 30 km ins Peloton zurück. Dabei legte das Feld in der ersten Stunde bei erneut Temperaturen um 30 Grad Celsius mit 52 km/h hohes Tempo vor.

Auf dem Weg ins Rhonetal übernahm eine 15-köpfige Ausreißergruppe bei Kilometer 47 die Führung. Auf den folgenden 55 km mit drei Bergwertungen der zweiten bis vierten Kategorie im Jura fuhr die Spitzengruppe knapp sechs Minuten Vorsprung heraus. In der Weinregion Südburgunds gehörten auch T-Mobile-Profi Patrik Sinkewitz (Fulda) sowie die Gerolsteiner Scholz und Levi Leipheimer (USA) zu den Flüchtlingen. Die Gruppe hielt den Abstand zum Hauptfeld auch als Leipheimer und der Spanier Inaki Isasi (Euskatel) am Col du Berthiand (780 m) oberhalb des Ain-Tals in die Offensive gingen. Beide wurden wenige Kilometer hinter dem letzten diesjährigen Bergpreis der zweiten Kategorie wieder eingefangen.

© SID

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