Radsport Tour de France
Jan Ullrich selbstbewusst zur Tour de France

Nach harter Vorbereitung und dem Triumph bei der Tour de Suisse ist Jan Ullrich optimistisch für die diesjährige Tour de France. "Ich freue mich unheimlich, denn nun weiß ich, dass ich bisher alles richtig gemacht habe."

Das härteste Tour-Vorbereitungsprogramm seiner Karriere hatte sich für Jan Ullrich ausgezahlt, als er am Sonntag in Bern zum zweiten Mal nach 2004 aufs Siegerpodest der Tour de Suisse gefahren war. 33 Renntage, 5 500 Kilometer und 50 000 Höhenmeter lagen hinter dem 32-Jährigen, seit er am 25. April - so spät wie nie zuvor - in die Saison gestartet war. "Ich freue mich unheimlich, denn nun weiß ich, dass ich bisher alles richtig gemacht habe", sagte der T-Mobile-Kapitän nach seinem Erfolg.

Mit geballtem Selbstbewusstsein geht der gebürtige Rostocker in seine neunte Frankreich-Rundfahrt seit 1996, bei der er vom 1. bis 23. Juli endlich seinen zweiten Triumph nach 1997 feiern will: "Ich denke, dass ich hier erst 90 Prozent meines Leistungsvermögens abgerufen habe", meinte er am Ziel in Bern. "Nach kurzer Erholung werde ich mir den letzten Schliff bis Mitte nächster Woche holen."

Auf die deutsche Meisterschaft am Sonntag in Klingenthal wird Ullrich mit hoher Wahrscheinlichkeit verzichten und bis zum Tour-Start in seiner Schweizer Wahlheimat bleiben: "Ich will mich endgültig am Dienstag entscheiden, aber die Tendenz geht eher dahin, in Scherzingen zu bleiben", ließ er am Montag wissen.

Dort ist nach zwei Tagen Regeneration ab Mittwoch noch eine Woche lang intensives Training angesagt. Besonders hinter dem von Rudy Pevenage gesteuerten Motorrad, um noch einmal "Kondition zu bolzen", ehe am Mittwochabend die Anreise nach Straßburg erfolgt.

Ullrichs größter Wunsch für die verbleibenden letzten Tage lautet schlicht: "Ich möchte gesund in die Tour gehen." Denn das Drama von 2004 ist noch im Hinterkopf. Nach der nur hauchdünn gegen Lance Armstrong verlorenen Frankreich-Rundfahrt 2003 und seinem ersten Sieg bei der Tour de Suisse trat der Deutsche vor zwei Jahren als Favorit zur "Großen Schleife" an - und hatte mit einer schlimmen Erkältung keine Chance. Er hatte sich bei Tochter Sarah angesteckt.

"Jan ist topfit"

Doch diesmal ist die Gefahr laut den medizinischen Betreuern von der Uniklinik Freiburg schon deshalb deutlich geringer, weil Ullrichs Körper durch den "Dreierpack" Romandie, Giro und Tour de Suisse gestählt ist. "Jan ist topfit", stellt auch Olaf Ludwig fest. "Und die ganze Mannschaft hat gezeigt, dass sie gut vorbereitet ist." Das soll auch für Andreas Klöden gelten, der wegen leichter Halsschmerzen am Samstag "vorsorglich" ausstieg.

Dem Teamchef bleibt damit vor allem die Qual der Wahl, die optimale Mannschaft für den Kapitän zu finden. Gesetzt sind neben Ullrich und Klöden auch Michael Rogers (Australien), Sergej Gontschar (Ukraine) und Eddy Mazzoleni (Italien). Die letzten vier Plätze werden am Mittwoch vergeben. Auch "Oldie" Giuseppe Guerini (36/Italien) dürfte seine zehnte Teilnahme sicher haben; Oscar Sevilla (Spanien) überzeugte bei der Asturien-Rundfahrt, die am Dienstag endet. Hoffen können unter anderem noch Patrik Sinkewitz (Fulda) und Matthias Kessler (Nürnberg).

© SID

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