Radsport Tour de France
Le Soir: "Eine Lügen-Tour"

Im Ausland wird der Sieg von Alberto Contador bei der 94. Tour de France überwiegend kritisch bewertet. Lediglich in der Heimat wird der Spanier gefeiert. AS bezeichnet Contador als "Champion der Hoffnung".

Nach dem Sieg von Alberto Contador bei der 94. Tour de France hat die Presse mit der Frankreich-Rundfahrt abgerechnet. Lediglich in der Heimat wird der Spanier gefeiert. Die Pressestimmen im einzelnen:

Australien:

Sydney Morning Herald: "Contador erobert den Thron und Evans wird Zweiter. Der erste Australier auf dem Tour-Podest."

Belgien:

Het Laatste Nieuws: "Ein unschuldiger Contador wäre der geborene Super-Champ. Ist Contador der neue Boss?"

La Derniere Heure: "Contador, ein umstrittener Tour-Sieger."

Le Soir: "Uff, endlich ist es zu Ende. Die Erleichterung ist groß. Eine Lügen-Tour.

Frankreich:

L'Equipe: "Die Tour und Contador machen sich davon. Contador hat offiziell die Tour gewonnen, aber viele hatten vorher bei einem von Dopingaffären geschüttelten Rennen schon ans Aufhören gedacht."

Le Figaro: "Contador, der gelbe Schleier. Er steht am Ende einer langen Liste von Tour-Siegern. Aber ist der letzte Gewinner sauber?"

Le Monde: "Eine weitere Tour erreicht die Champs-Elysees."

Liberation: "Es ist geschafft. Die Tour ist angekommen und hat überraschend auch einen Sieger. Die Tour ist ein Wunder. Contador hat eine Tour gewonnen, die eine der unsichersten nach dem Zweiten Weltkrieg war."

Grossbritannien:

Daily Mirror: "Albertos Glanztag ist Schutt. Die Tour 2007 wird durch Dopingfälle in Erinnerung bleiben.

Guardian: "Contador regiert als neuer König, aber seine Krone ist beschädigt und glanzlos."

Independent: "Nur die Rückkehr zur Basis kann die Zerstörung der Tour verhindern. Radsport muss wieder zu einem Volkssport werden, um die durch den Professionalismus entstanden Dopingskandale zu verhindern."

The Scotsman: "Contador glänzt, aber Dopingwolken überschatten Paris. Die Tour ist ernsthaft angeschlagen."

The Times: "Contador gewinnt, aber das Rennen verliert. Die Sonne schien auf den Champs-Elysees für das Peleton, aber es war eine beschämende Rückkehr."

Italien:

Corriere della Sera: "Um sich zu retten, kehrt die Tour zur Vergangenheit zurück und öffnet wieder den Nationalteams die Tore. Die Tour kehrt wie ein altes Auto mit kaputtem Motor heim."

Gazzetta dello Sport: "Die vergiftete Tour ist endlich zu Ende. Es ist traurig, Contador auf dem verseuchten Podium von Paris zu sehen."

Repubblica: "Die kranke Tour ist zu Ende. Das vom Doping-Chaos gezeichnete Rennen sucht nach einer Reform. Die Tour muss dringend erneuert werden."

Tuttosport: "Contador gewinnt die Tour, doch die Zweifel bleiben. Der letzte Sprint in dieser verwünschten Tour war wie ein Sonnenschein im Unwetter. Bennati hat die letzte Etappe gewonnen. Ein schönes und sauberes Gesicht im Radsport."

ÖSterreich:

Kronenzeitung: "Contador fuhr als Sieger ins Ziel, während der Gewinner des Vorjahres noch immer nicht feststeht."

Wiener Zeitung: "Contador siegt bei der "Tour of Shame". Sieg für einen Kronzeugen?"

Niederlande:

De Volkskrant: "Vogelfreund, Arbeitstier, Überlebender und erst 24 Jahre alt, aber noch lange nicht die Hoffnung des Radsports. In der Spur von Armstrong - auch die Zukunft von Tour-Sieger Contatdor ist unsicher."

Trouw: "Die Illusion in Scherben. Die festliche Parade nach Paris hatte etwas Surrealistisches nach einer Tour, die die ernste Krise des Profiradsports offenbarte."

Schweiz:

20 Minuten: "Contador hatte mit seinem Triumph bei Paris-Nizza angedeutet, dass er über einiges Potenzial verfügt. Der Spanier wird aber weiterhin mit den Vorwürfen leben müssen, dass er seine Karriere bei Once und Manolo Saiz begonnen hat."

Basler Nachrichten: "Mit großen Sprüchen ist es nicht getan. Das war die schlimmste Tour aller Zeiten."

Neue Züricher Zeitung: "Ein Sieger, der nur die Spanier glücklich macht. Contador heißt der Sieger der 94. Tour, die Zweifel an seiner Lauterkeit vermochte der Spanier aber nicht zu entkräften. Die Tour ist fröhlich in Paris eingefahren, in einem künstlichen Mäntelchen von Glück und Sauberkeit. Die Tour feiert vor allem sich selber."

Spanien:

AS: "Contador ist in Paris als Symbol des neuen Radsports gekrönt worden. Ein Champion der Hoffnung. Der Beginn einer neuen Ära."

El Mundo Deportivo: "Alberto I. - der fünfte spanische Sieger lässt auf weitere Erfolge hoffen. Mit 24 auf dem Podium - Jugend und Klasse."

El Pais: "Contadors Sieg ist frischer Wind im Radsport."

Sport: "Contador, der fünfte spanische Tour-Sieger. Paris liegt dem neuen König zu Füßen."

Marca: "12 Jahre nach Indurain besetzt Contador dessen Thron. Damit steigt er in die Geschichte ein. Der Madrider ist das neue Juwel des Radweltsports."

USA:

Los Angeles Times: "Contador ist der Gewinner einer fragwürdigen Tor. Die Glaubwürdigkeit des berühmtesten Radrennens der Welt ist zweifelhaft."

USA Today: "Die Dopingaffären haben dem Radsport eine ungewisse Zukunft beschert. Etwas scheint bei dieser Tour am Sonntag zerbrochen zu sein - vielleicht für immer. Contadors Sieg hat für etwas Anmut gesorgt. Ein großer Tag für Discovery Channel."

© SID

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