Radsport Tour de France
Patrik Sinkewitz aus dem Krankenhaus entlassen

Der unter Dopingverdacht stehende T-Mobile-Fahrer Patrik Sinkewitz hat das Unfallkrankenhaus Borberg verlassen. Nach seinem schweren Sturz bei der Tour de France, wird der Radprofi nun mit seinem Anwalt zusammenkommen.

Der bei der Tour de France am Sonntag vor einer Woche schwer gestürzte und kurz danach unter Dopingverdacht geratene T-Mobile-Profi Patrik Sinkewitz hat das Hamburger Unfallkrankenhaus Borberg wieder verlassen. "Nachdem es ihm wieder etwas besser geht, werde ich mich mit ihm in der nächsten Woche treffen", sagte sein Anwalt Michael Lehner dem Sport-Informations-Dienst (sid). Bislang konnte Lehner mit seinem Mandanten nur telefonieren.

"Wir werden uns treffen, und dann werde ich die Details erfahren. Je nach Sachverhalt werde ich ihm einen anwaltlichen und auch einen menschlichen Rat geben", so Lehner. Der Anwalt sprach sich dagegen aus, ein Lügengebäude aufrecht zu erhalten. "Wenn er was zu gestehen hat, dann wird es das Beste sein, damit rauszurücken", so Lehner.

Der Jurist hatte am Samstagabend im Aktuellen Sportstudio erklärt, seinen Sportmandanten immer zu Geständnissen zu raten, sollte es denn etwas zu gestehen geben. "Wenn nichts zu gestehen ist, wird es eine juristische Auseinandersetzung geben", sagte Lehner, der auch als Anwalt der Dopingsünder Jörg Jaksche und Danilo Hondo fungiert.

Besuch von Aldag am Krankenbett

Zuvor hatte Sinkewietz überraschend Besuch von seinem Sportdirektor Rolf Aldag erhalten. Der Ahlener war bereits am Donnerstag kurzfristig von der Tour nach Hamburg gereist. Das teilte der Bonner Rennstall am Sonntag auf seiner Internet-Seite mit.

Aldag habe sich "ein Bild von der Verfassung Sinkewitz" machen wollen. Zumindest körperlich sei Sinkewitz auf dem Weg der Besserung. "Patrik wurde an der Nase operiert. Und sein Kiefer wird mit einem Verband stabilisiert. Entsprechend schwerfällig hat er mit mir sprechen können", wird Aldag zitiert.

Der Teamchef, der sich im Mai zusammen mit seinem Freund Erik Zabel als Dopingsünder während der gemeinsamen Team-Telekom-Zeit in den 90er Jahren geoutet hatte, war in die Hansestadt gereist, um Sinkewitz "psychologisch zu stabilisieren. Dass er total niedergeschlagen ist, hatte ich schon vorher am Telefon gehört."

Öffnung der B-Probe beantragt

Weiterhin ungeklärt bleibt auch nach dem Besuch, wie Sinkewitz auf den positiven Dopingbefund bei einer Trainingskontrolle am 8. Juni reagieren will. Der 26-jährige Hesse hat die Öffnung der B-Probe beantragt, deren Resultat in der kommenden Woche, frühestens am 24. Juli vorliegen soll.

"Zur Sache an sich hat er sich nicht geäußert. Die Intention meines Besuches war aber nicht, ihm im Krankenhaus ein Geständnis abzuringen", sagte Aldag: "Wir als Team müssen jetzt abwarten, bis Patrik sich mit seinem Anwalt nach Auswertung der B-Probe klar zu den Vorwürfen äußert."

© SID

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