Radsport Tour de France
Rasmussen klettert ins Gelbe Trikot

Michael Rasmussen hat die zweite schwere Alpenetappe der Tour de France gewonnen. Mit seinem Erfolg in Tignes eroberte der dänische Bergkönig der vergangenen beiden Jahre auch das Gelbe Trikot von Linus Gerdemann. Doch der deutsche T-Mobile-Profi bleibt in aussichtsreicher Position.

Der schwere Unfall eines Zuschauers nach einem Zusammenprall mit T-Mobile-Profi Patrik Sinkewitz hat einen Tag nach Linus Gerdemanns Tour-Triumph die 94. Frankreich-Rundfahrt überschattet und beim Bonner Rennstall Bestürzung ausgelöst. Der Tour-Fan war bei einem Unfall nach der Sonntagetappe mit Sinkewitz kollidiert und schwebt offenbar in Lebensgefahr. Sinkewitz, der auf dem Weg zum Hotel war, erlitt einen Nasenbeinbruch.

Der Unfall geschah 24 Stunden nach Gerdemanns Sensationserfolg, der die Krönung des Tour-Wochenendes für die Magenta-Truppe hätte sein können. Ein unerwartetes Intermezzo des Tour-Neulings im Gelben Trikot samt Tagessieg am französischen Nationalfeiertag hatte Gerdemann in die Annalen der Großen Schleife und wohl auch in das Amt seines nach einem Sturz ausgeschiedenen T-Mobile-Kapitäns Michael Rogers katapultiert.

Der Verlust der Gesamtführung an Etappensieger Michael Rasmussen (Rabobank) am Sonntag in Tignes konnte die Leistung des weiter im Weißen Trikot fahrenden Youngsters nicht schmälern. Gerdemann ist nun Gesamtzweiter mit 43 Sekunden Rückstand auf Rasmussen. Bei seinem dritten Tour-Etappensieg seit 2005 hatte der Däne auch das Berg-Trikot erobert, das er in den vergangenen beiden Jahren gewann.

Rogers' Hoffnungen auf eine "Top 10"-Platzierung endeten rund 60km vor dem Ziel in einem Graben bei der Abfahrt vom Cormet de Roselend. Der Australier fuhr noch eine Weile weiter, gab dann aber aufgrund einer Schultereckgelenkssprengung auf. Wie lange der Australier ausfallen wird, war zunächst unklar.

Schon 35km nach dem Start war sein in gleich mehrere Stürze der ersten Tour-Woche verwickelter Team-Kollege Mark Cavendish ausgestiegen, später stürzte Marcus Burghardt, der aber weiterfahren konnte. "Heute sind alle am Limit gefahren. Das Ausscheiden von Rogers hat natürlich unser ganzes Konzept durcheinander gebracht. Wir hatten vor das Gelbe Trikot in den Ruhetag zu retten", sagte Teamdirektor Rolf Aldag, der zu diesem Zeitpunkt vom tragischen Unfall noch nichts wusste.

Klöden und Winokurow gemeinsam im Ziel

Auf dem Weg der Besserung befinden sich die am vergangenen Donnerstag bei Stürzen verletzten Astana-Stars Andreas Klöden und Alexander Winokurow. Am Sonntag kamen dank Klödens Hilfe beide gemeinsam mit 4:29 Minuten Rückstand auf den Rängen 18 und 19 direkt vor Gerdemann an. "Ich muss mich bei Andreas bedanken, er hat viel für mich gearbeitet", sagte Winokurow, der nach eigenen Angaben "mit großen Schmerzen" das Ziel ereichte.

Bei der ersten Bergankunft der diesjährigen "Großen Schleife" fuhr Rasmussen nach 165km zwischen Le Grand Bornand und Tignes souverän auf das Siegerpodest in Europas höchstgelegener Gemeinde. Der Berg-König kam mit 2:47 Minuten Vorsprung vor dem Spanier Iban Mayo (Saunier) an, Dritter wurde 3:12 Minuten zurück Mayos Landsmann Alejandro Valverde (Caisse d'Epargne).

O'Grady nach Sturz schwer verletzt

Hektische Attacken, zahlreiche Stürze und viel Engagement aus dem deutschen Lager hatten am Sonntag die achte Etappe geprägt. Zu den Sturzopfern gehörte der Australier Stuart O'Grady. Der Paris-Roubaix-Sieger vom CSC-Team erlitt eine Lungenverletzung, fünf Rippenbrüche, drei angebrochene Rückenwirbel sowie einen Bruch des Schulterblattes. O'Grady wurde am Abend zur Überwachung aus dem Krankenhaus von Moutiers nach Grenoble verlegt.

Am Montag können sich die Fahrer am ersten Ruhetag der Tour in Tignes erholen, bevor am Dienstag die "Königs-Etappe" in den Alpen auf der "Großen Schleife" bevorsteht.

© SID

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