Radsport Tour de France
Ricco holt ersten Bergsieg, Schumacher entthront

Der Italiener Ricardo Ricco hat die erste Bergetappe der Tour de France gewonnen. Stefan Schumacher stürzte kurz vor dem Ziel und verlor das Gelbe Trikot an Kim Kirchen.

Durch einen Sturz in Sichtweite der Ziellinie der sechsten Etappe hat der Nürtinger Stefan Schumacher das Gelbe Trikot des Spitzenreiters bei der Tour de France verloren, strahlender Tagessieger wurde der Italiener Ricardo Ricco.

Bei der ersten Bergankunft der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt im Zentralmassiv war der Gerolsteiner-Fahrer Schumacher bis 500m vor Schluss problemlos in der Spitzengruppe mitgefahren, ehe ihn eine leichte Berührung mit dem vor ihm fahrenden Kim Kirchen zu Fall brachte.

Ausgerechnet der Luxemburger vom T-Mobile-Nachfolgeteam Columbia profitierte von dem Zusammenstoß und übernahm als Tagesfünfter die Führung in der Gesamtwertung. "Das Gelbe Trikot habe ich mir verdient. Der Sturz tut mir natürlich auch leid", sagte Kirchen, der als erster Luxemburger seit Jahren wieder das Gelbe Trikot holte.

Schumacher: "Das ist natürlich bitter"

"Kirchen ist mir ins Rad gefahren, aber das war keine Absicht", erklärte "Schumi", der 32 Sekunden nach Etappensieger Riccardo Ricco (Italien) auf dem 25. Platz ins Ziel kam und auf den dritten Gesamtplatz zurückfiel. "Der Sturz hat mich das Trikot gekostet. Das ist natürlich bitter. Ich habe mich aufgerappelt und nochmal alles gegeben, bin aber nicht mehr herangekommen. Es ist nicht schön, so das Trikot zu verlieren", sagte der 26-jährige Schwabe.

Während Schumacher durch sein Missgeschick kurzzeitig außer Gefecht gesetzt war, machten die Favoriten auf den Gesamtsieg den Tageserfolg unter sich aus. Der Giro-Zweite Ricco vom Team Saunier Duval setzte sich dabei im Spurt vor dem Spanier Alejandro Valverde (Caisse d'Epargne) und dem letztjährigen Tour-Zweiten Cadel Evans (Australien/Lotto) durch. Im Gesamtklassement führt Kirchen nun mit sechs Sekunden Vorsprung vor Evans und 16 vor Schumacher.

Viele Angriffe im Schlussanstieg

Im Schlussanstieg hatten zahlreiche Attacken einzelner Fahrer immer wieder zu Tempoverschärfungen geführt, sodass die Gruppe der Favoriten und ihrer Helfer zunehmend dezimiert wurde. Auf dem letzten Kilometer zog sich das Feld nochmals in die Länge, wobei die Abstände zwischen den Top-Fahrern im Sekunden-Bereich blieben. Größere Abstände sind erstmals am Sonntag zu erwarten, wenn die Tour die Pyrenäen erreicht.

Zu Beginn der 195,5 km langen Etappe von Aigurande zur Skistation Super-Besse hatten sich drei Fahrer zu einer Fluchtgruppe zusammengefunden und sich mit einem zwischenzeitlichen Vorsprung von rund fünf Minuten über die ersten beiden Bergwertungen des Tages "gerettet". Am vorletzten Anstieg des Tages zum Col de la Croix-Morand schmolz der Vorsprung der drei Franzosen Sylvain Chavanel (Cofidis), Freddy Bichot (Agritubel) und Benoit Vaugrenard (Francaise des Jeux) dann zusehends, ehe der Ausreißversuch wenige Kilometer vor dem Schlussanstieg endgültig beendet war.

Chavanel holt sich das Bergtrikot, Zabel stürzt

Für Chavanel zahlte sich die 170-km-Flucht zumindest in Form des Bergtrikots aus, das er mit 27 Zählern von seinem punktgleichen Landsmann Thomas Voeckler (Bouygues Telecom) übernahm. Die Führung in der Punktewertung holte sich unterdessen Kirchen nach nur einem Tag Unterbrechung vom Norweger Thor Hushovd (Credit Agricole) zurück.

Zu den Sturzopfern des Tages zählte kurz vor Ende der Etappe auch Milram-Kapitän Erik Zabel, der bei einem Zusammenstoß mit dem Franzosen Nicolas Vogondy zu Fall kam. Allerdings saß der 38-Jährige aus Unna ohne größere Blessuren nach wenigen Sekunden wieder auf dem Rad und kehrte kurz darauf ins Hauptfeld zurück.



© SID

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