Radsport Tour de France
Scharping: Tour für Kampf gegen Doping gerüstet

Am Samstag startet in London die Tour de France. BDR-Präsident Rudolf Scharping geht davon aus, dass die Organisatoren der großen Rundfahrt für den Kampf gegen Doping gut gerüstet sind.

Für den Kampf gegen Doping sind die Organisatoren der Tour de France gut gerüstet - das ist jedenfalls die Meinung von Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR). "Die Vorsichtsmaßnahmen, die Kontrollmaßnahmen, die Aufklärung, der öffentliche Druck haben die Schwelle viel, viel höher gesetzt", sagte der frühere SPD-Kanzerkandidat in einem Gespräch mit dem Tagesspiegel (Freitag-Ausgabe). "Was soll noch mehr getan werden, als das Sanktionsregime zu verschärfen - bis zum Einkassieren eines Jahresgehalts im Fall von Doping?" Gleichzeitig hofft er, dass die UCI auch einmal die Kraft finde, um einem kompletten Team die Lizenz zu entziehen.

Um Fahrer wie Andreas Klöden oder Jens Voigt zu verdächtigen, habe er keinen Anhaltspunkt, sagte Scharping. Jedoch sei es nicht seine Aufgabe als BDR-Präsident, seine Hand für einzelne Fahrer ins Feuer zu legen. Scharping ging auch auf Distanz zu einer früheren öffentlichen Aussage, Klöden sei ungedopt. "Damals habe ich eben Vertrauen investiert."

Scharping rechtfertigt Voigt-Nominierung

Scharping rechtfertigte auch die Nominierung von Voigt für den Olympiakader an dem Wochenende, als Jörg Jaksche sein Dopinggeständnis ablegte und dabei auch Voigt indirekt beschuldigte: "Voigt sagt seit Jahren, dass er nie gedopt habe. Keiner nennt andere Fakten oder konkrete Anhaltspunkte. Wie viele Prinzipien eines fairen Umgangs mit einem Menschen wollen Sie noch ignorieren?"

Kriterien für eine Nominierung für die WM im September in Stuttgart seien neben Teamfähigkeit, sportliche Karriere und Zukunftsaussichten auch die erhobenen Doping-Vorwürfe. "Es soll ein glaubwürdiges und Erfolg versprechendes Team werden", sagte Scharping.

Der ehemalige Verteidigungsminister wies Vorwürfe zurück, er sei als früherer Fan des Teams Telekom zu nah an den Athleten gewesen, um den Kampf gegen Doping heute glaubwürdig zu betreiben. "Ich habe mir in dieser Hinsicht nichts vorzuwerfen", sagte er. Denn er habe schon damals ein Gesetz gegen Doping gefordert. Konkrete Hinweise auf Doping habe er damals jedenfalls nicht erhalten: "Glauben Sie, die Fahrer erzählen mir von ihrem Betrug beim Abendessen? Ich war ein prominenter Fan. Das ist Fluch und Schutz zugleich. Und von einem Betrug haben die ja nicht mal ihrer Frau erzählt."

© SID

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