Radsport Tour de France
Schumacher: "Für mich war es ein perfektes Rennen"

Nach seinem zweiten Tagessieg ist Stefan Schumacher mit dem Verlauf der Tour de France zufrieden. Im Interview zeigte sich ein glücklicher Gerolsteiner-Profi: "Das ist ein Traum."

Nach seinem zweiten Tagessieg bei der Tour de France stellte sich Stefan Schumacher nach dem Zeitfahren den Fragen der Journalisten. Im Interview sprach der Profi vom Team Gerolsteiner über die Zukunft des Rennstalls und seine persönlichen Ambitionen für die kommenden Jahre.

Frage: "Kaum jemand hat ihnen zugetraut, zweieinhalb Wochen nach dem ersten auch das zweite Tour-Zeitfahren zu gewinnen. Sind Sie von sich selbst überrascht?"

Stefan Schumacher: "Ich habe mich in der gesamten letzten Tourwoche noch sehr stark gefühlt. Ich war selbstbewusst und habe mir einiges zugetraut. Aber dass es sogar zum zweiten Etappensieg reicht, hätte ich auch nicht gedacht. Das ist wirklich ein Traum."

Frage: "Sie haben wieder alle Spezialisten deklassiert. Welche Erklärung haben sie dafür?"

Schumacher: "Für mich war es ein perfektes Rennen. Der wellige Kurs, das ständige Auf und Ab - das kam mir entgegen. In so einem langen Zeitfahren ist es besonders wichtig, dass man schnell seinen Rhythmus findet und sich die Kräfte gut einteilt. Beides ist mir optimal gelungen. Am letzten Berg konnte man nochmal sehr viel Zeit verlieren, aber ich hatte mir Kraft aufgespart, sodass am Ende alles gepasst hat."

Frage: "Nicht zuletzt ihre Erfolge samt zwei Tagen im Gelben Trikot haben diese Tour zur erfolgreichsten in der Geschichte von Gerolsteiner gemacht. Wie sehen sie die Teamleistung?"

Schumacher: "Ich glaube, keiner hat uns zugetraut, als Team so eine Tour zu fahren. Ich habe mit dem Sieg im ersten Zeitfahren den Auftakt gemacht. Das Gelbe Trikot hat uns dann als Mannschaft einen enormen Schub gegeben. Dass wir am Ende mit Bernhard Kohl auch noch einen Fahrer auf dem Podium und den Gewinner des Bergtrikots haben, ist völlig verrückt."

Frage: "Wie sehr hat die ungeklärte Sponsoren-Frage das Team beeinflusst?"

Schumacher: "Die Situation, noch ohne Sponsor für die kommende Saison dazustehen, hat uns zusammengeschweißt. Wir sind eine junge Mannschaft - jeder hat in dieser Rundfahrt seinen Beitrag geleistet und Verantwortung übernommen. Wenn wir jetzt keinen Sponsor finden, verstehe ich die Welt nicht mehr. Aber ich bin zuversichtlich, dass es mit der Equipe weitergeht."

Frage: "Sie haben Bernhard Kohl angesprochen. Hätten sie ihm den dritten Platz zugetraut?"

Schumacher: "Das konnte man erst einmal nicht erwarten, aber es hat sich im Lauf der Tour so entwickelt. Wir hatten beide nicht wirklich ein gutes Frühjahr, mit Stürzen und Formschwankungen. Aber wir haben uns gegenseitig hochgepuscht. Wir haben uns bei der Tour ein Zimmer geteilt und sind richtige Kumpels. Ich habe ihn angestachelt und er mich. Als Bernhard in den Bergen plötzlich so überragend gefahren ist, habe ich gedacht: Jetzt will ich auch nochmal einen rauslassen."

Frage: "Wäre es nach dieser Tour für sie nicht die logische Folge, in Zukunft auch mal eine Top-Platzierung im Gesamtklassement anzustreben?"

Schumacher: "Für das Tour-Klassement haben wir in Bernhard ja jetzt einen Top-Fahrer. Wenn ich auch dahin wollte, müsste ich ein paar Kilo abnehmen und mehr im Hochgebirge trainieren. Aber dann würde ich vielleicht die Power verlieren, die ich für Klassiker brauche. Ich habe noch den Traum, Weltmeister zu werden - und ich habe das Vermögen dazu. Deshalb muss ich sehen, welche Entwicklung für mich in den nächsten Jahren Sinn macht."

© SID

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