Radsport Tour de France
Steegmans-Sieg war so nicht geplant

Ein Quickstep-Sieg war bei der zweiten Etappe der Tour de France in Gent zwar geplant, dass Gert Steegmans als Erster die Ziellinie überquerte dagegen eher nicht. Lokalmatador Tom Boonen war tief enttäuscht.

Der Eurosport-Kommentator war nach der Zieleinfahrt einen kurzen Augenblick verwirrt. "Tom Boonen gewinnt", lautete der erste Eindruck Sekunden nach Ende der zweiten Etappe. Dass ein anderer Belgier im blauen Quickstep-Trikot als Erster die Ziellinie überquerte - das war so nicht abzusehen. Das Terrain für den Heimsieg von Tom Boonen war schon bereitet, doch am Ende durfte ein anderer jubeln. Während sein etatmäßiger Helfer Gert Steegmans als Sieger der Tour-Etappe im belgischen Gent mit empor gerecktem Arm über den Zielstrich fuhr, blieb dem flandrischen Lokalmatador nur der undankbare zweite Platz. "Das Wichtigste ist, dass wir die Ränge eins und zwei belegt haben", sagte Steegmans anschließend schulterzuckend und versuchte damit das Missgeschick des Quickstep-Teams ein wenig zu überspielen.

Boonen stand die Enttäuschung dagegen ins Gesicht geschrieben. In seiner Heimat, wo er in den beiden vergangenen Jahren jeweils die Flandern-Rundfahrt gewonnen hatte, wäre der Ex-Weltmeister nur allzu gern zu seinem insgesamt fünften Tour-Etappensieg gespurtet. Nach einem Massensturz zwei Kilometer vor dem Ziel, durch den das Gros des Pelotons kurz vor dem Finale ausgebremst wurde, hatte Steegmans 300m vor dem Ziel den Endspurt angefahren, um seinem Kapitän dann aber ungewollt zu enteilen. "Es war kein Geschenk, aber ich freue mich natürlich für Gert, dass er seine erste Touretappe gewonnen hat", erklärte Boonen.

Quickstep-Teamchef Patrick Lefevere musste denn auch einräumen, dass der Ausgang der Etappe anders geplant war. "Tom ist einfach nicht mehr vorbeigekommen, damit ist unsere Rechnung leider nicht ganz aufgegangen", meinte der Belgier missmutig. Als kleines Trostpflaster durfte sich Boonen immerhin das Grüne Trikot des Punktbesten überstreifen lassen, das er mit einem Zähler Vorsprung von seinem australischen Rivalen Robbie Mcewen übernahm.

© SID

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