Radsport Tour de France
Südeuropäische Profis unter Blutdoping-Verdacht

UCI-Chefmediziner Mario Zorzogli erwartet während der 94. Tour de France mehrere Fälle von schwer nachweisbaren Blutdoping. Das ergab eine UCI-Studie, nach der Werte von südeuropäischen Fahrern auffällige Werte zeigten.

Von einer "sauberen" 94. Tour de France kann laut einer Studie des Radsport-Weltverbandes UCI keine Rede sein. Der Verband erwartet mehrere Dopingfälle. Wie das Nachrichtenmagazin Focus berichtet, hat UCI-Chefmediziner Mario Zorzoli Managern und Betreuern von 20 Profiteams Auswertungen von Blutproben dieses Jahres vorgelegt. Dabei waren Werte von Fahrern aus Spanien, Portugal und Italien so auffällig, dass Blutdoping nahe liege.

Problematisch ist, dass diese Form des Dopings bisher kaum bewiesen werden kann. "Um zum Beispiel überhaupt eine Chance zu haben, Blutdoping nachzuweisen, muss man Blutprofile der Sportler erstellen. Dieses wird national und international noch nicht ausreichend gemacht", sagte Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie an der Sporthochschule Köln, dem Magazin.

Besonderes Augenmerk gilt Tour-Favoriten

Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer hatte jüngst die UCI dafür kritisiert, die Proben nur nach Nationen der Fahrer aufzuschlüsseln. "Man weiß nicht, welche Teams betroffen sind. Um Doping wirklich effektiv zu bekämpfen, müssen wir das erfahren", sagte Holczer.

Bereits am Samstag hatte UCI-Chef Pat Mcquaid angekündigt, dass fünf Tour-Favoriten weiter unter besonderer Beobachtung des Weltverbandes stehen. Die UCI hatte Top-Fahrer vor dem Start der "Großen Schleife" verstärkt unangemeldet kontrolliert. Der Ire bestätigte in der ARD zwar, dass die betroffenen fünf Fahrer auffällige Werte aufgewiesen hatten, allerdings seien die B-Proben alle negativ gewesen.

© SID

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