Radsport Tour de France
Tour 2010 führt von Rotterdam nach Paris

Die 97. Auflage der Tour der France führt die Fahrer vom 3. bis 25. Juli über 3 596 Kilometer von Rotterdam nach Paris. Gleich vier Etappen verlaufen durch die Pyrenäen.

Als der Vorhang zur Tour de France 2010 fiel, lächelten Frankreichs neuer Liebling Lance Armstrong und Alberto Contador in den roten Polstersesseln des mondänen Palais des Congres um die Wette. Unbeeindruckt von den ständigen Doping-Anschuldigungen um ihr Astana-Team standen die Hauptdarsteller von 2009 auch bei der Ouvertüre zur Frankreich-Rundfahrt 2010 im Mittelpunkt - und setzten sogleich zum ersten Schlagabtausch an.

Schlagabtausch zwischen Armstrong und Contador

"Ich will die Tour gewinnen", kündigte der siebenfache Champion Armstrong bei der Streckenpräsentation in Paris an. Der Konter von Titelverteidiger Contador kam sofort: "Das ist eine Tour für Kletterer. Andy Schleck bereitet mir mehr Sorgen als Armstrong. Ich freue mich schon auf die Bergankunft auf dem Tourmalet."

Bevor es vom 3. bis 25. Juli zum großen Duell der beiden Rivalen kommt, besteht aber noch Klärungsbedarf aus gemeinsamen Tagen bei Astana. So hat die Pariser Staatsanwaltschaft jüngst Ermittlungen gegen den kasachischen Rennstall eingeleitet, nachdem während der diesjährigen Tour im Müll verdächtige Spritzen und Infusionsmittel gefunden worden waren.

Contador liebäugelt mit Wechsel

"Ich habe keine Antworten, weil ich über den Fall nichts weiß. Ich gehe davon aus, dass unser Team sauber gefahren ist", meinte Armstrong. Contador ergänzte: "Ich habe kein Problem mit den Ermittlungen. Ich lege sehr viel Wert auf den Kampf gegen Doping und helfe gerne." Contador hat momentan ohnehin größere Probleme, denn liebend gerne würde er einen Schlussstrich unter das Kapitel Astana ziehen: "Es ist kein Geheimnis, ich will Astana verlassen. Sicher ist nur, dass ich, wo ich auch fahre, der Kapitän sein werde und andere für mich fahren werden." Der zweimalige Toursieger besitzt bei den Kasachen aber noch einen Vertrag bis Ende 2010, während Armstrong im nächsten Jahr für das neu gegründete Radioshack-Team aus den USA fahren wird.

So oder so werden die beiden Favoriten Kletterqualitäten beweisen müssen. Die Tour 2010 steht im Zeichen der Pyrenäen, die vor 100 Jahren erstmals in das Tour-Programm aufgenommen worden waren. Gleich vier Etappen verlaufen durch das Grenzgebirge zwischen Frankreich und Spanien, Höhepunkt ist dabei die Bergankunft auf dem berüchtigen Col du Tourmalet, der im Verlauf der 17. Etappe gleich zweimal gemeistert werden muss.

Von Rotterdam bis nach Paris

Aber auch sonst hat es die Tour 2010 auf den 3596km in sich. Nach dem Start in der niederländischen Hafenstadt Rotterdam führt die Große Schleife durch Belgien und den Norden Frankreichs und bewegt sich auf den Spuren der Frühjahrsklassiker. Insbesondere auf der 3. Etappe dürften die gefürchteten Kopfsteinpflaster-Passagen im Wald von Arenberg den Favoriten Kopfzerbrechen bereiten.

"Da geht es für mich darum, nicht zu stürzen und nicht zuviel Zeit zu verlieren", meinte Contador, während Armstrong das fehlende Mannschaftszeitfahren beklagte: "Das ist schade für unser Team. Ohnehin wird es neben dem Prolog in Rotterdam nur noch einen weiteren Kampf gegen die Uhr am vorletzten Tag in Rotterdam geben."

Tourchef Christian Prudhomme ist jedenfalls von der Strecke überzeugt. "Es wird einen großen Kampf geben. Wir wollten bei der Streckenführung sichergehen, das jederzeit etwas passieren kann." Der Sport sollte in Paris wieder im Mittelpunkt stehen, das Dauer-Thema Doping störte da nur. So verwies Prudhomme darauf, dass es 2009 keinen Dopingfall gegeben habe und richtete mahnende Worte an den Weltverband UCI und die französischen Anti-Doping-Agentur Afld, die sich seit Wochen heftig bekriegen: "Der Kampf gegen Doping hat eine absolute Notwendigkeit. Die Verantwortlichen müssen gut zusammenarbeiten."

© SID

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