Radsport Tour de France
Tour de France für Rasmussen beendet

Die Tour de France hat am späten Mittwochabend ihren Tiefpunkt erreicht. Das niederländische Rabobank-Team hat seinen Kapitän Michael Rasmussen suspendiert und den bisherigen Gesamtführenden vier Etappen vor der Ankunft in Paris nach Hause geschickt. Das teilte die Teamleitung am späten Mittwochabend in Pau mit, am Morgen danach folgte die Entlassung. Der Rennstall reagierte damit auf Informationen, die den Doping-Verdacht gegen den Dänen erhärtet hatten.

Die übrigen sieben Fahrer der Equipe setzten das Rennen am Donnerstag fort. Die 17. Tour-Etappe wurde auf Beschluss der Tour-Direktion ohne Gelbes Trikot gefahren. Dieses soll erst nach dem Teilstück von Pau nach Castelsarrasin wieder vergeben werden.

Zum zweiten Mal in der 104-jährigen Geschichte des Rennens wurde der Spitzenreiter während der Rundfahrt ausgeschlossen. 1978 war der Belgier Michel Pollentier disqualifiziert worden, nachdem er versucht hatte, bei der Dopingkontrolle fremdes Urin abzugeben.

Rasmussen, der die Gesamtführung nach der achten Etappe in Tignes übernommen hatte, war in den vergangenen Tagen zunehmend unter Druck geraten, nachdem bekannt geworden war, dass er sich in diesem Jahr mehrfach Doping-Kontrollen entzogen hatte.

Nach seinem Sieg am Mittwoch auf dem Col d'Aubisque räumte der 33-Jährige gegenüber Teamchef Theo de Rooij ein, seinen Arbeitgeber bis zuletzt hinsichtlich seiner Aufenthaltsorte in der Tour-Vorbereitung belogen zu haben. "Das hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Wir haben das Vertrauen in Michael verloren', sagte der Niederländer. Die französische Polizei reagierte noch am Abend und durchsuchte die Hotelzimmer der Rabobank-Mannschaft in Pau.

Bereits an den beiden vorherigen Tagen hatten zwei Doping-Fälle die Tour erschüttert. Zunächst war dem Kasachen Alexander Winokurow vom Astana-Team Manipulation mit Fremdblut bei seinen Siegen auf der 13. und 15. Etappe nachgewiesen worden. Die Astana-Fahrer, darunter auch der Cottbuser Andreas Klöden, waren daraufhin von der Teamleitung aus dem Rennen genommen worden.

Nach der 16. Etappe am Dienstag hatte auch der französische Cofidis-Rennstall mit dem kompletten Rückzug seines Teams reagiert, nachdem der Italiener Cristian Moreni des Testosteron-Dopings überführt worden war.

© SID

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