Radsport Tour de France
Tour-Veranstalter lädt Astana-Team aus

Der Veranstalter der Tour de France hat bestätigt, den Astana-Rennstall in diesem Jahr nicht zur Frankreich-Rundfahrt einzuladen. Davon betroffen ist auch Andreas Klöden.

Der Veranstalter der Tour de France hat sich zu einem bisher einmaligen Schritt im Anti-Doping-Kampf entschlossen und den Astana-Rennstall von der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt ausgeschlossen.

Neben Vorjahressieger Alberto Contador fehlen damit am 5. Juli auch der Lausitzer Andreas Klöden, Zweiter 2004 und 2006, sowie der Tour-Dritte Levi Leipheimer, wenn die 95. Tour de France in der Bretagne gestartet wird.

Ausschluss gilt für alle ASO-Rennen

"Durch das Team haben die Tour und der Radsport in den Jahren 2006 und 2007 großen Schaden erlitten. Gerade im vergangenen Jahr hat es das Vertrauen der Organisatoren missbraucht", hieß es in einer Mitteilung des Tour-Veranstalters Amaury Sports Organisation (ASO). Der Auschluss Astanas gelte für alle Rennen der ASO, beginnend mit der Frühjahrs-Fernfahrt Paris-Nizza (9. bis 16. März), auch für Klassiker wie Paris-Roubaix.

Die Nichtberücksichtigung eines Titelverteidigers war zuvor erst einmal 1953 erfolgt, allerdings aus anderem Grund. Der Italiener Fausto Coppi erhielt als Sieger von 1952 "wegen zu großer sportlicher Überlegenheit" keine Einladung.

Astana heißer Anwärter auf Tour-Sieg

Der von einem kasachischen Konsortium finanzierte Rennstall Astana mutierte in diesem Jahr zum Auffangbecken für Fahrer und Betreuer des aufgelösten Discovery-Teams. Der neue Teamchef Johann Bruyneel, der bereits Lance Armstrong zu sieben Tour-Erfolgen verhalf, brachte Contador sowie den Ex-Gerolsteiner-Profi Leipheimer mit. Dadurch galt die Mannschaft vom Papier her als heißester Anwärter auf den Tour-Sieg.

Der Neuanfang nach den Dopingfällen des vergangenen Jahres, als Matthias Kessler (Nürnberg/Testosteron), Kapitän Alexander Winokurow und Andrej Kaschetschkin (beide Kasachstan/beide Blutdoping) des Dopings überführt wurden, hat nun einen beträchtlichen Rückschlag erlitten. Besonders bitter ist die Nachricht für Klöden, der im vergangenen Jahr in aussichtsreicher Position liegend nach dem Rückzug seines Teams aus dem Rennen aussteigen musste.

Einladung in Zukunft wieder möglich

Die ASO schlägt die Tür für Astana jedoch nicht komplett zu. Man werde die Mannschaft in diesem Jahr genau beobachten. Sollte es keine Skandale und keinen Dopingverdacht geben, werde man eine Einladung in Zukunft wieder in Betracht ziehen.

Tour-Direktor Christian Prudhomme hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, eine saubere Frankreich-Rundfahrt habe oberste Priorität. Man werde deshalb nicht nur einzelne Fahrer mit zweifelhaftem Ruf, sondern ganze Teams nicht starten lassen.

Somit drohte unter anderem auch T-Mobile-Nachfolger High Road sowie Rabobank das Tour-Aus für dieses Jahr. Allerdings haben die Mannschaften eine Einladung zu Paris-Nizza erhalten, was als gutes Zeichen im Hinblick auf die Einladung zur Frankreich-Rundfahrt gewertet werden kann. "Bei High Road liegt der Fall anders. Sinkewitz hat vor der Tour gedopt. Und hätte man das Rennen schützen wollen, hätte man es auch vorher bekanntgegeben", kritisierte Prudhomme.

Anfang Februar war Astana bereits bei der Team-Nominierung zum Giro d'Italia nicht berücksichtigt worden. Auch High Road sowie die französischen Teams Credit Agricole und Bouygues Telecom hatten keine Einladung erhalten.

© SID

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