Radsport Tour de France
Valverde siegt und schlüpft ins Gelbe Trikot

Alejandro Valverde hat die erste Etappe der 95. Tour de France gewonnen. Der Spanier vom Team Caisse d'Epargne siegte in Plumelec im Schlussspurt vor dem Belgier Philippe Gilbert.

Der WM-Dritte Stefan Schumacher hat den erhofften Auftaktsieg und das Gelbe Trikot bei der Tour de France verpasst. Auf der ersten Etappe von Brest nach Plumelec wurde der Gerolsteiner-Fahrer für seine Attacke einen Kilometer vor dem Ziel nicht belohnt und musste den Tagessieg nach 197,5km dem spanischen Mitfavoriten Alejandro Valverde überlassen. 500m vor dem Zielstrich musste der Nürtinger gleich mehrere Kontrahenten vorbeiziehen lassen und beendete die Etappe letztlich als bester Deutscher auf Rang 20.

Valverde, der erstmals das Gelbe Trikot übernahm, hatte die Attacken der Gegner am 1,7km langen Schlussanstieg zunächst abgewartet, ehe er mit seinem Antritt 300m vor dem Ziel an der Konkurrenz vorbeizog. Philippe Gilbert (Belgien) und Jerome Pineau (Frankreich) landeten schließlich auf den Rängen zwei und drei, der Luxemburger Kim Kirchen vom T-Mobile-Nachfolgeteam Columbia wurde Vierter.

"Ich musste es einfach früh probieren, leider hat es nicht ganz gereicht", sagte Schumacher, der aber konstatierte: "Immerhin habe ich gesehen, dass die Form da ist."Überglücklich war dagegen Valverde: "Es ist unglaublich, gleich die erste Etappe gewonnen zu haben und gleich zu Beginn in Gelb zu fahren. Aber mein Ziel ist es, dieses Trikot am Ende in Paris zu tragen."

Zabel sprintet hinterher

Sein wohl größter Kontrahent im Kampf um den Gesamtsieg, der letztjährige Tour-Zweite Cadel Evans (Australien), musste sich mit Platz sechs begnügen. Chancenlos waren dagegen die Sprinter im Feld wie auch Erik Zabel (22.), der die letzte Etappenankunft in Plumelec 1997 damals noch in Diensten des Team Telekom gewonnen hatte.

Unmittelbar nach dem Start in Brest hatte sich die erste Ausreißergruppe mit acht Fahrern gebildet, unter denen auch das Team Milram in Person des Berliners Björn Schröder vertreten war. Der 27-Jährige zeigte sich vor allem bei den vier Bergwertungen des Tages und lieferte sich mit dem Franzosen Thomas Voeckler (Bouygues) einen harten Kampf um das rot gepunktete Bergtrikot.

Mit je acht Zählern lagen beide Fahrer am Ende der Etappe gleichauf, wobei Voeckler dank der besseren Platzierung im Ziel das Jersey am Sonntag auf der zweiten Etappe von Auray nach Saint-Brieuc (164,5km) tragen wird. Sollte Schröder das Trikot in den nächsten Tagen erobern, wäre er der vierte Deutsche nach Jens Voigt (1998), Marcel Wüst (2000) und Fabian Wegmann (2005, 2006), der die Führung in der Bergwertung zumindest für einen Tag übernimmt.

Ausreißversuch von Schröder-Gruppe bleibt erfolglos

Die Jagd nach dem Etappensieg war für Schröder und die meisten seiner Mitausreißer 26km vor dem Ziel beendet. Auf ihrem knapp 170km langen Alleingang hatte die Gruppe einen maximalen Vorsprung von acht Minuten herausgefahren, war dann aber der Aufholjagd des Feldes vor allem unter der Führung von Valverdes Teams Caisse d'Epargne zum Opfer gefallen. Als letzte hatten sich der Franzose Lilian Jegou und der Spanier David de la Fuente aus der Spitzengruppe abgesetzt - doch auch ihre Flucht wurde kurze Zeit später vom Peloton gestoppt.

Schröder, der die Tour im vergangenen Jahr verletzungsbedingt verpasst hatte, war diesmal erst zwei Wochen vor dem Tourstart als letzter der neun Fahrer ins Milram-Aufgebot gerückt. Seine größten Erfolge waren bislang Etappensiege bei der Bayern-Rundfahrt (2006) und der Sachsen-Tour (2004, 2005).

Der Kampf um Bergwertungspunkte geht auch auf dem zweiten Teilstück weiter. Dann stehen auf der Fahrt durch die Bretagne erneut vier kleinere Anstiege auf dem Programm. Im Ziel in Saint-Brieuc könnte es am Ende einen Massensprint geben, zumal die Schlussphase und der letzte Kilometer flacher als auf der ersten Etappe verlaufen.

© SID

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